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Sachsens Winzer rechnen mit Einbußen und Qualitätsverlust wegen Hitze

Trauben brauchen viel Sonne und Wasser. Seit Wochen aber herrscht Trockenheit auch in Deutschlands kleinstem Weinanbaugebiet - noch hoffen die Winzer.

© Symbolfoto: Andreas Arnold/dpa

Meißen/Radebeul. Der seit Wochen anhaltende Hochsommer macht auch Sachsens Winzern Sorgen. Der Weinbauverband geht davon aus, dass die Lese vielerorts schon im August beginnt, etwa einen Monat früher als üblich. „Die Trockenheit ist ein Problem“, sagte Vizechef Felix Hößelbarth. Allerdings sei die Situation je nach Lage und Alter der Rebstöcke unterschiedlich. Im schlimmsten Fall wachsen die Trauben nicht mehr und quellen nicht. „Wir rechnen mit Einbußen, auch in der Qualität, geben die Hoffnung aber noch nicht ganz auf.“

Georg Prinz zur Lippe vom Schloss Proschwitz, dem größten privaten Weingut im Land, ist optimistischer, geht aber auch nicht von einem Super-Jahrgang aus. „Wir wissen nicht genau, wie es sich entwickelt, es kann ein sehr gutes, aber auch ein sehr schwieriges Jahr werden.“ Alles hänge davon ab, wie wasserhaltefähig die Böden sind, und vom Regen. Rebstöcke, die über zehn Meter tief wurzeln, hätten kein Problem mit der Trockenheit, auf Sand stehende Reben indes Stress.

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„Erst wenn der Wein im Keller ist, wird man sehen“, sagte der Adlige. Die Sache entscheide sich 2018 am Säure- und nicht am Oechslegrad, der den Zuckergehalt des Weinmostes angibt. Wenn diese und der ph-Wert stimmen, beginne die Lese - auch er rechnet damit im August.

Weinbau-Verbandsvize Hößelbarth geht von weniger Masse aus, wenn es nicht wider Erwarten Niederschläge gibt. Der Radebeuler Winzer Lars Klitzsch berichtet von notreifen Früchten. „Der Rebstock versucht, die Trauben so schnell wie möglich reifen zu lassen.“ Grundsätzlich sehe es aber gut aus. „Es gibt Probleme mit der Trockenheit, es kann aber auch sein, dass wir einem Spitzenjahrgang entgegensehen.“ Es brauche allerdings Niederschläge.

Das Staatsweingut Schloss Wackerbarth in Radebeul betreibt erheblich Mehraufwand angesichts der Trockenheit. Dank der Bewässerung in Steillagen und intensiver Bodenbearbeitung entwickeln sich die Reben gesund und sind in hervorragendem Zustand, wie ein Sprecher erklärte. „Wir erwarten aktuell qualitativ und quantitativ einen ausgewogenen Jahrgang.“ Der Erntevorsprung liege bei etwa zwei Wochen, der Geschmack entscheide sich im „Spätsommer“.

Mit 500 Hektar Rebfläche ist Sachsen das kleinste deutsche Weinanbaugebiet. Mit 81 Prozent dominieren weiße Rebsorten, rote stehen auf 19 Prozent der Fläche. Nach Verbandsangaben gibt es etwa 2 000 Kleinwinzer sowie 42 Winzer im Neben- und 38 im Haupterwerb. (dpa)