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Arbeit und Bildung

Sachsens Wirtschaft holt wieder Schwung

2019 war für hiesige Unternehmen ein eher schwieriges Jahr. Nun scheint der Abwärtstrend gestoppt.

Die Baubranche bleibt optimistisch, im Handel fallen die Erwartungen für 2020 deutlich verhaltener aus.
Die Baubranche bleibt optimistisch, im Handel fallen die Erwartungen für 2020 deutlich verhaltener aus. © dpa

Dresden. Mit einer vorsichtig optimistischen Prognose ist Sachsens Wirtschaft ins neue Jahr gestartet. Das ist das Ergebnis der aktuellen Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK). Beteiligt hatten sich 1.719 Unternehmen aus Industrie, Baugewerbe, Einzel- und Großhandel, Dienstleistungen und Verkehr mit zusammen rund 93.000 Beschäftigten. Sie beurteilen sowohl ihre geschäftliche Situation als auch ihre Erwartungen besser als noch im Herbst 2019. Bei der IHK sieht man damit den konjunkturellen Abwärtstrend vorerst gestoppt.

54 Prozent der befragten Unternehmen bewerten ihre Lage demnach aktuell als gut, zehn Prozent sehen sich in eher schlechter Position. Nachdem Sachsens Industrie im vergangenen Jahr erstmals nach fünf Jahren mit sinkender Nachfrage und entsprechenden Auswirkungen für die Produktion kämpfen musste, geht es nun moderat voran. Eine „grundlegende Verbesserung der Situation“ lasse sich daraus aber nicht ableiten, heißt es in der Auswertung der Umfrage:. „Zwar fallen die Prognosen nicht mehr ganz so skeptisch aus wie noch im Herbst 2019, aber die Geschäftserwartungen bleiben weiterhin zurückhaltend.“ Vor allem die schwächere Auslandsnachfrage und die strukturelle Transformation in der Automobilindustrie dämpften die Aussichten.

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Fachkräftemangel als Risikofaktor

Auf Erfolgskurs ist das sächsische Baugewerbe. Sowohl Umsatz als auch Auftragseingänge sind erneut gestiegen. Dementsprechend geht man hier mutiger ins neue Jahr. 71 Prozent der sächsischen Bauunternehmen erwarten eine gleichbleibend gute Geschäftslage. Eher positive Stimmung herrscht auch im Dienstleistungsgewerbe. Die Geschäftsaussichten hier haben sich nach einem kräftigen Rückgang wieder erholt. Geteilt ist die Meinung im Handel. Während die Stimmung der Einzelhändler im Freistaat wieder deutlich besser ist als noch im vergangenen Herbst, ging der Anteil der Unternehmen mit guter Geschäftslage im Großhandel binnen Jahresfrist von 52 auf 37 Prozent zurück. Vor allem Händler mit hoher Abhängigkeit von der Industrie geben skeptischere Prognosen ab.

Die insgesamt noch verhaltene Stimmung wirkt sich auf Investitionsabsichten und Personalentwicklung im Freistaat aus. So wollen dieses Jahr weniger Unternehmen ihre Mitarbeiterzahl erhöhen als noch 2019.

Unabhängig davon sehen sächsische Unternehmen den Fachkräftemangel als einen der größten Risikofaktoren an. Dicht gefolgt von der Entwicklung der Arbeitskosten. Größere Sorgen als noch im Vorjahr machen den Unternehmen die Rahmenbedingungen. Dazu gehört die Entwicklung der Energiepreise ebenso wie wie Bürokratie und das Thema Unternehmenssteuern. (aks)