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Sächsische Anwältin will Kanzler für einen Abend werden

Susanne Gruner hat gute Chancen auf den Postenin der ZDF-Politshow„Ich kann Kanzler“.

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Von Jens Eschert

Sie hat eine politische Botschaft und bereits eine Wunschliste für die Mitglieder in ihrem Kabinett: Susanne Gruner, Rechtsanwältin aus Großröhrsdorf bei Kamenz, mischt mit im Kampf um die „Kanzlerschaft für einen Abend“. Zu gewinnen gibt es die bei der ZDF-Politshow „Ich kann Kanzler“.

2500 Kandidaten haben sich beworben, Gruner steht bereits in der zweiten Runde der 40 Besten – und trifft nun auf die Jury um Moderator Günther Jauch, die die Finalisten für die Live-Show auswählen. Ein wenig überrascht ist die 30-jährige Anwältin schon, dass sie so weit gekommen ist. Denn eigentlich hatte sie sich aus Spaß beworben. „Ich war krank, lag im Bett – und habe im Internet gesurft. Da bin ich auf die Show aufmerksam geworden“, sagt sie. Die Idee, Leuten von der Straße die Chance zu geben, ihre politischen Ansichten und Vorschläge im Fernsehen einzubringen, fand sie ohnehin gut.

„Wahl-Videos“ im Internet

Das ZDF-Team wählte ihre Bewerbung aus – und jetzt kann man Gruners Kandidaten-Profil im Internet sehen. Dort wirbt sie in einem kurzen Video für eine Expertenregierung, in „der die klügsten Köpfe aller Parteien zusammenarbeiten“. So ließen sich politische Ränkespiele und parteipolitische Querelen vermeiden, argumentiert sie. Im Kabinett ihrer Kurz-Kanzlerschaft wäre Peer Steinbrück (SPD) weiter Finanzminister, das Innenressort würde aber Guido Westerwelle (FDP) leiten, die Grünen wären mit Renate Künast als Umweltministerin vertreten und von Seiten der CDU wäre unter anderem Thomas de Maizière als Justizminister dabei. Angela Merkel freilich fehlt auf der Liste, schließlich wäre Susanne Gruner ja selbst Kanzlerin.

Bis sie die Show-Kanzlerschaft übernimmt, ist es aber noch ein Stück Weg. Kommende Woche steht der erste Ortstermin in Bonn auf dem Programm. Dort trifft Gruner die übrigen Kandidaten – und vor allem die Jury. Damit Günther Jauch, Schauspielerin Anke Engelke und Bremens Ex-Bürgermeister Henning Scherf die vier Finalisten auswählen können, werden sich die Anwärter mit ihren Ideen und Vorschlägen präsentieren. Begleitet natürlich von der Kamera.

Das Finale mit den vier besten Kandidaten wird am 19.Juni im ZDF zu sehen sein. Für den Sieger gibt es ein Praktikum bei der echten Bundesregierung sowie ein „Kanzlergehalt“ – exakt 18376 Euro, heißt es beim ZDF.