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Sächsische Lehrlinge haben es nicht mehr so weit zur Arbeit

Für Auszubildende hat sich viel verbessert. Doch wer im Kreis Görlitz wohnt, muss häufig Kilometer fressen.

Chemnitz. Junge Sachsen finden immer häufiger eine Lehrstelle in der Heimat. Sofern sie den Freistaat dennoch für eine Ausbildung verlassen, pendeln sie häufiger als früher in eines der neuen Bundesländer – anstatt in die alten Länder. Laut einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung ging in fast allen sächsischen Landkreisen die Zahl der jungen Pendler zwischen 2006 und 2011 zurück. Ausnahmen sind die Städte Dresden und Leipzig sowie der Kreis Sächsische Schweiz/Osterzgebirge.

Als einen Grund für die Veränderungen nennen Experten den Geburtenrückgang. Da die Zahl der Lehrstellen trotz zurückgehender Bewerberzahlen relativ stabil geblieben sei, hätten Anwärter gute Chancen auf eine Stelle in der Heimat, so IAB-Wissenschaftler Mirko Wesling. Er hat auch noch einen guten Rat für die Firmen: „Die sächsischen Unternehmen sind gut beraten, wenn sie sich dem schärfer werdenden Wettbewerb um die Ausbildungsbewerber offensiv stellen und versuchen, mit möglichst innovativen Auswahlkriterien die geeignetsten Ausbildungsbewerber zu finden – unabhängig von Schulnoten.“

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Dennoch haben Auszubildende nicht überall kurze Wege. Die weitesten Strecken legen nach wie vor junge Leute aus dem Landkreis Görlitz zurück – im Schnitt kamen sie 2011 auf 108 Kilometer. 2006 waren es allerdings noch 143 Kilometer. Es folgen Dresden mit 83 und der Vogtlandkreis mit 78 Kilometern.

Der Anteil der in den Westen pendelnden Lehrlinge ist laut Analyse überall gesunken, am deutlichsten in Nordsachsen. Während sich von dort 2006 fast sieben Prozent der Azubis in die alten Bundesländer aufmachten, sind es 2011 nur noch etwa 2,5 Prozent gewesen. (dpa)