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Wirtschaft

Sächsische Schüler kritisieren Siemens

Siemens will sich an der umstrittenen australischen Kohlemine "Carmichael" beteiligen. Fridays for Future wirft dem Konzern Verantwortungslosigkeit vor.

Siemens-Chef Joe Kaeser regiert auf die Kritik der Schüler.
Siemens-Chef Joe Kaeser regiert auf die Kritik der Schüler. © dpa

Es soll eines der größten Bergbauprojekte der jüngeren Vergangenheit werden. Um die Kohleversorgung in Südasien zu sichern plant der indische Bergbaukonzern Adani im australischen Bundesstaat Queensland im Nordosten des Landes eine riesige Kohlemine. 

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"Carmichael" soll bis zu 60 Millionen Tonnen Steinkohle jährlich fördern, die dann direkt nach Indien weiter verschifft werden soll. Der Transport zum Hafen Abbot Point soll per Güterzug funktionieren - die Gleise dafür könnten vom Deutschen Konzern Siemens kommen, der eine Beteiligung erwägt. Das Handelsblatt schreibt, der Auftrag hätte ein Volumen von rund 20 Millionen Euro.

Siemens-Chef reagiert

In einem Brief an Siemens-Chef Joe Kaeser kritisieren die Fridays for Future (FFF) Ortsgruppen Görlitz und Zittau diese mögliche Beteiligung. "Der gute Ansatz Ihres Unternehmens, bis 2030 klimaneutral zu werden, ist sicher nicht mit diesem Projekt vereinbar", schreiben die Aktivisten. 

Siemens würde seiner Vorbildwirkung mit dieser Partnerschaft nicht gerecht werden und stattdessen mithelfen, das Great Barrier Reef und das Weltklima schädigen. Die FFF-Ortsgruppen Freiberg, Dresden, Wurzen und Zwickau schlossen sich dem Brief an. Am Freitag soll es um 17 Uhr am Elbepark in Dresden eine Siemens-Aktionsdemo geben.

Der Siemens Chef reagierte auf die Kritik der FFF-Gruppen, die nicht nur aus Sachsen kam und will am Freitag mit Luisa Neubauer treffen. Die 23-Jährige ist eine der bekanntesten Gesichter der Klimaaktivisten in Deutschland. Kaeser wolle sich verschiedene Perspektiven anhören, bevor er die finale Entscheidung über die Beteiligung trifft, sagte ein Siemens-Sprecher.

2,3 Milliarden Tonnen Kohle

"Carmichael" steht seit seiner Planung in der Kritik. Berechnungen zufolge würden durch die geförderte Kohle jährlich 80 Millionen Tonnen CO₂ freigesetzt , in 60 Jahren sollen 2,3 Milliarden Tonnen Kohle gefördert werden. Mehrere Banken und Unternehmen haben Adani die Zusammenarbeit verweigert, weshalb das Projekt ins Stocken geraten war. 

Im Juni 2019 erhielt die Mine jedoch die offizielle Genehmigung. Die Regierung um den in die Kritik geratenen Premierminister Scott Morrison verteidigt die Kohleförderung in Australien vehement, trotz der anhaltenden Brandkatastrophe, die zahlreiche Wissenschaftler auf die Erderwärmung zurückführen. 

Scott Morrison, Premierminister Australiens, bei der Besichtigung eines durch Buschfeuer zerstörten Hofes.
Scott Morrison, Premierminister Australiens, bei der Besichtigung eines durch Buschfeuer zerstörten Hofes. © James Ross/AAP/dpa

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