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Sächsische Schweiz auf dem Alaunplatz geplant

Die Stadt will den Westteil nach Ideen der Parkbesucher gestalten. Erste Entwürfe sorgen nicht nur für Begeisterung.

© André Wirsig

Von Ulrike Kirsten

Kletter- und Spiellandschaften, Grillplätze, Rückzugsorte, Sportflächen, mehr Müllbehälter und Toilettenanlagen: Die Liste an Wünschen zur Gestaltung des ehemaligen Russensportplatzes im Alaunpark war lang. Fast 3.000 Besucher, Anwohner und Jugendliche hatten sich bei einer Umfrage der Stadt dazu geäußert. Landschaftsarchitekt Ulrich Krüger und seine Mitarbeiter hatten in den vergangenen sechs Monaten folglich keine leichte Aufgabe, aus den unzähligen Vorschlägen Entwürfe auszuarbeiten, die alle Teilnehmer der Umfrage zufriedenstellen.

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Das Ergebnis kann sich durchaus sehen lassen, auch wenn es bei der Vorstellung der Pläne am Mittwoch kritische Stimmen gab. Während eine erste Variante die zentrale Wiesenfläche des Parks betont, schlagen die Planer in einem zweiten Entwurf vor, diese Richtung Westen auszuweiten. In der Gestaltung der Details unterscheiden sich die Pläne hingegen nicht. „Wir haben uns dabei vor allem an den Wünschen der Jugendlichen orientiert, weil es für sie bisher noch nicht so viele Freizeitmöglichkeiten im Park gibt wie beispielsweise für Kinder oder ältere Besucher mit dem Boule-Platz im Ostteil“, sagt Halina Starkloff vom Stadtplanungsamt.

Im oberen Bereich des ehemaligen Militärgeländes soll deshalb ein Fußballplatz entstehen. Das Areal könnten die Parkbesucher aber auch zum Basket- und Volleyballspielen nutzen. Außerdem sollen dort Tischtennisplatten aufgestellt werden. „Wir haben uns dagegen entschieden, einen Teil für die Skater zur Verfügung zu stellen. Zum einen wollten wir weiteren Trubel im Park vermeiden. Zum zweiten müssen solche Flächen immer stark versiegelt werden“, sagt Ulrich Krüger. Verschiedene Klettermöglichkeiten haben die Planer ebenso in ihren Entwürfen bedacht. An die Kinderspielplätze im südwestlichen Teil soll sich eine Kletterlandschaft anschließen, die der Sächsischen Schweiz mit ihren Hängebrücken und Felsen nachempfunden ist. „Dort liegen große Sandsteinplatten, die wir mit verbauen möchten“, so Krüger. Nicht verändern möchte der Landschaftsarchitekt die Wege in diesem Teil des Parks. „Hier könnte zudem ein Skulpturengarten mit Graffitiwänden zum Besprühen entstehen.“ Für den gesamten Parkbereich sind zudem Rückzugsmöglichkeiten geplant wie wetterfeste Hängematten, die zwischen Bäumen gespannt werden könnten. „An verschiedenen Stellen wollen wir Grillplätze mit festen Feuerschalen bauen.“ Auch die Rodelpisten sollen erhalten bleiben und in die Kategorien Schwarz, Rot und Blau unterteilt werden.

Die Besucher der Bürgerversammlung nahmen diese Vorschläge ausschließlich positiv auf. Kritik gab es hingegen an der Gestaltung des öffentlichen Radweges, der von der Tannenstraße durch den Alaunpark zum Bischofsweg führt. Dieser soll nicht nur asphaltiert und beleuchtet werden, sondern sieht eine Spitzkehre vor, damit die Radler in diesem Bereich langsamer fahren. Fast täglich kommt es hier zu Zusammenstößen. „Die Stadt sollte darüber nachdenken, die Route komplett aus dem Park rauszunehmen. Es wird derzeit ohnehin noch an einem neuen Radverkehrskonzept gearbeitet“, sagte ein Teilnehmer der Bürgerversammlung.

Trotz einer geplanten Toilettenanlage am Marktplatz sind viele Besucher nach wie vor unzufrieden mit der Sauberkeit im Park. Prompt kam die Anregungvon einem Besucher, die Verwaltung solle sich mit Städten wie Berlin austauschen. Die Hauptstadt kämpfe schließlich ebenso gegen die Vermüllung von ihren Parkanlagen, bekäme das Problem aber dennoch in den Griff. Auch Ortsbeirat Jörg Logé (CDU) fand das eine gute Idee. „Man kann doch schließlich von den Erfahrungen anderer Kommunen lernen.“