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Sächsischer Reiter ist eingeebnet

Die Abrissfirma verlässt Mitte der Woche das Gelände in Bockelwitz. Nun ist der Weg frei für das neue Feuerwehrdomizil – theoretisch.

Von Heike Heisig

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Leisnig/Bockelwitz. Es ist Platz geworden an der Kreuzung am Autobahnzubringer, an der über Jahrzehnte der Gasthof „Sächsischer Reiter“ gestanden hat. In den zurückliegenden Jahren ist das Gebäude mit Saal immer mehr verfallen und wie die Männer der Abrissfirma gesehen haben, zu einer Müllkippe verkommen. Deshalb war die Beräumung des Geländes auch um einiges aufwendiger, als wenn der Bagger lediglich die maroden Mauern hätte einreißen müssen.

Nach reichlich einem Monat ist der Abbruch an dieser Stelle Geschichte. Die Bauarbeiter haben das Gelände begradigt und sind dabei, ihre Baumaschinen abzuziehen. „Bis zum 31. Januar muss die Maßnahme abgeschlossen und abgerechnet sein“, sagte Bauamtsleiter Thomas Schröder den im Technischen Ausschuss mitarbeitenden Stadträten und sachkundigen Bürgern.

Ein Nebengebäude sowie ein Wohnhaus bleiben auf dem Grundstück noch stehen. Das wird der ehemalige Besitzer weiter bewohnen. Die Kommune hatte das gesamte Grundstück gekauft, ihn aber nicht zum Wegzug bewegen können.

Der Abriss des Sächsischen Reiters wird knapp 80 000 Euro kosten. Davon bekommt die Kommune einen Großteil gefördert. Letzteres erhofft sie sich auch vom Neubau, der anstelle des früheren Gasthofes geplant ist. Wie berichtet, will die Stadt Leisnig dort ein neues, zentrales Feuerwehrgerätehaus für gleich drei bisherige Ortsfeuerwehren bauen: für Naundorf, Naunhof-Beiersdorf und Clennen. Die dort tätigen Ehrenamtlichen arbeiten zurzeit noch unter ziemlich schlechten Bedingungen.

In Clennen zum Beispiel gibt es nicht einmal eine Toilette am Gerätehaus. Das sind keine guten Voraussetzungen, um Nachwuchs für die Feuerwehr zu gewinnen und den Dienst nach Feierabend zu begeistern. Am neuen Standort sollen die Kameraden zeitgemäße Bedingungen vorfinden und damit einen Anreiz, bei der Hilfsorganisation dabeizubleiben. „Anders können wir die Ehrenamtlichen nicht mehr halten und schon gar keine Neuen gewinnen“, begründete Uwe Dietrich, weshalb die Kommune einen Neubau für unerlässlich hält. Dietrich ist bei der Stadtverwaltung für das Feuerwehrwesen zuständig.

Leisnigs Feuerwehrchef Bernd Starke hofft, dass die Pläne für den Gerätehausneubau in den nächsten Wochen konkretisiert werden. Er selbst ist mit der Raumaufteilung noch nicht ganz so zufrieden. Darüber bestimmen will er allerdings nicht. „Da sollten vor allem die künftigen Nutzer mitreden“, findet er.

Nach Angaben des Bauamtsleiters und auch von Bürgermeister Tobias Goth (CDU) hat es kürzlich ein Treffen mit den Planern vom Architekturbüro Zache aus Großweitzschen gegeben. „Wir haben uns hingesetzt und denken jetzt, dass wir im März soweit sind, die Planungsunterlagen bei den Ämtern einzureichen“, sagte Schröder. Einen positiven Vorbescheid zum Projekt an dieser Stelle gebe es schon. Nun gehe es ins Detail und an die Genehmigung.

„Die wollen wir Ende des Jahres vorliegen haben“, so Bürgermeister Goth. Wie er sagte, werde es eine weitere Aufgabe sein, bis Dezember die Finanzierung des rund eine Million Euro teuren Neubaus zu klären. Zunächst hatte sich die Kommune eine ziemlich hohe Förderquote erhofft und dies auch mit einem Pilotcharakter begründet. Doch daraus wird nichts. Jetzt liegen die Hoffnungen auf dem Geld, das der Freistaat den Landkreisen zur Förderung des Feuerwehrwesens bereitstellt. Davon würde Leisnig einen sehr großen Teil beanspruchen. „Andere Feuerwehren haben allerdings auch berechtigte Finanzforderungen. Das ist uns klar“, so der Rathauschef.

Wenn feststeht, wie viel Unterstützung die Kommune bekommt, können Stadträte und Verwaltungsmitarbeiter darüber nachdenken, wie der Eigenanteil zu bestreiten ist. Der muss Bestandteil des nächsten Doppelhaushaltes für die Jahre 2019/2020 sein.