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Sagan gegen den Rest der Welt

Die deutschen Radprofis sind nur krasse Außenseiter, wenn der slowakische Doppel-Weltmeister seinen dritten Titel anstrebt.

© dpa

Von Ruben Stark

Halsschmerzen und leichtes Fieber – Alleskönner Peter Sagan soll zuletzt ein bisschen erkältet gewesen sein. An seinem Sonderstatus für das WM-Straßenrennen ändert das jedoch nichts. „Sagan wird auch mit Fieber Weltmeister“, sagt der entthronte Zeitfahrspezialist Tony Martin über den extrovertierten Doppel-Weltmeister.

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Alle Augen sind am Sonntag beim Höhepunkt der WM im norwegischen Bergen also wieder auf den extrovertierten Slowaken gerichtet. Nach WM-Gold 2015 und 2016 könnte der Rockstar des Radsports auf den fast 270 Kilometern tatsächlich Historisches erreichen. Noch nie gelang es einem Fahrer, das Regenbogentrikot dreimal in Folge zu erkämpfen. „Wenn Sagan sagt, ich fahr‘ los, dann ist nichts zu machen“, meint Andreas Klier, der als Sportlicher Leiter des deutschen WM-Teams fungiert.

Für die favorisierten Mannschaften aus Belgien, Italien oder Norwegen ist der Plan deshalb identisch mit dem der Deutschen: Sagan irgendwie abschütteln. „Auch wir können Sagan nicht auf der Ziellinie besiegen. Es wäre schön, ohne ihn dorthin zu fahren“, betont Klier. Im vergangenen Jahr hatte es die deutsche Mannschaft mit drei Kapitänen versucht und in der Hitze von Doha ein Debakel erlebt. Diesmal ist nach der krankheitsbedingten Absage von John Degenkolb gar kein Sieganwärter am Start. Doch Martin nimmt das mit Galgenhumor: „Da es letztes Jahr überhaupt nicht geklappt hat, kann es ja nur besser werden.“

Zuvor eines der hoch gehandelten Teams, sind die Deutschen zum Außenseiter herabgestuft worden. Abschreiben lassen wollen sie sich aber nicht. Einen Nachfolger von Rudi Altig, der vor 51 Jahren als letzter Deutscher Weltmeister wurde, wird es jedoch wohl kaum geben. Wenn sich die entscheidende Gruppe auf dem anspruchsvollen und 267,5 Kilometer langen Kurs bildet, solle mindestens ein deutsches Trikot zu sehen sein – so die Zielstellung. Ein Ergebnis unter den ersten zehn soll herausspringen. Nikias Arndt, der deutsche Meister Marcus Burghardt aus Zschopau oder eben Martin scheinen dafür die besten Voraussetzungen mitzubringen.

Anders Sagan: Bei seinen WM-Triumphen 2015 und 2016 fuhr er, der nahezu ohne Helfer unterwegs war, in einer eigenen Liga. Nun winkt der Hattrick, was nicht einmal dem legendären Eddy Merckx gelang. „Der Titel ist eines meiner großen Saisonziele“, sagt der 27-Jährige. Erst auf den letzten Drücker ist er – ähnlich wie im Vorjahr – angereist. Von einem fiebrigen Infekt war die Rede, am Ende sollen es aber nur Halsschmerzen gewesen sein, wie aus Sagans deutschem Bora-Team zu hören war. „Vielleicht wollte er das Mannschaftszeitfahren nicht fahren“, spekuliert Martin. Wie auch immer, Sagan zog den verregneten Trainingsfahrten in Bergen die sonnige Wahlheimat Monaco vor.

An seiner Motivation besteht jedenfalls kein Zweifel. Die Disqualifikation bei der Tour de France nach seinem Rempler gegen Mark Cavendish hat er abgehakt, feierte indes kürzlich mit spielerischer Leichtigkeit seinen 100. Profisieg. „Das war ein symbolischer Meilenstein. Ich habe aber noch einige Jahre vor mir und werde jetzt nicht die Füße hochlegen“, sagt Sagan, der bald erstmals Vater wird. (sid, mit dpa)