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Salomonstraße ab Freitag dicht

Böse Überraschung für den Kreis: Ein Haus des künftigen neuen Landratsamtes in Görlitz droht einzustürzen.

© Nikolai Schmidt

Von Matthias Klaus

Görlitz. Zumindest von der Fassade her ist es wohl das schönste Haus, das der Kreis für die Erweiterung des Landratsamtes in Görlitz gekauft hat. Aber leider offensichtlich auch das Marodeste. Als Dieter Peschel jetzt gemeinsam mit der Bauaufsicht den Neuerwerb des Kreises Salomonstraße 11/12 inspizierte, trieb es dem Leiter des Hoch- und Tiefbauamtes im Landratsamt die Sorgenfalten ins Gesicht. „Die Gebäudesubstanz ist nach dem langen Leerstand nicht besser geworden“, sagt er. Deshalb müsse die Behörde reagieren. Das heißt: Das Haus ist einsturzgefährdet. Ab Freitag wird deshalb die Salomonstraße zwischen Leipziger und Dresdner Straße gesperrt, Parkplätze fallen weg, für Fußgänger ist ein Splitterschutz vorgesehen.

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„Das Ganze kommt für uns sehr überraschend“, sagt Dieter Peschel. Ähnlich sieht es Landrat Bernd Lange. „Es ist sehr ärgerlich, dass die Mängel jetzt aufgetaucht sind. Aber wenn wir etwas gekauft haben, müssen wir auch sicherstellen, dass es nicht umkippt“, sagt er. Die Eigentümer der Gebäude Salomonstraße 10 bis 12 und der Berliner Straße 42 hatten dem Kreis die Gebäude für 350 000 Euro angeboten.

Amtsleiter Dieter Peschel hofft, dass an der Salomonstraße eine einfache Sicherung reicht. Die Alternative wäre Abriss, nur die Fassade stehen lassen und entsprechend stabilisieren. Soweit soll es möglichst nicht kommen. „Ich gehe davon aus, dass es nicht auf diese teure Sicherungsaktion hinausläuft“, sagt Dieter Peschel. Er denke an den teilweisen Austausch der oberen Geschossdecke, damit das Tragwerk des Daches wieder eine sichere Auflage bekommt. „Das Dach an sich ist dicht“, so der Amtsleiter.

Bleibt das Problem gesperrte Straße. „Natürlich können wir die Salomonstraße nicht für die nächsten vier Jahre dicht machen“, sagt Dieter Peschel. Er geht davon aus, dass die Piste zumindest halbseitig wieder befahrbar sein wird, wenn die Sicherungsarbeiten laufen. Wann das genau sein wird, ist derzeit allerdings offen. Das Sicherungskonzept soll in den kommenden Tagen stehen.

Auch wenn niemand mehr in der Salomonstraße 11/12 wohnt, das Haus wird jetzt zunächst leergeräumt. Ein Statiker wird sich die Bescherung ansehen, das genaue Ausmaß der Schäden feststellen.

Die Stadt Görlitz weiß inzwischen von den Schäden, die die Hausbesichtigung zutage brachte, sagt der Amtsleiter. In Konflikt mit der geplanten Sperrung der nahen Bahnhofstraße zwischen Salomon- und Krölstraße bringe es die Kommune nicht. Nach Ostern starten die Bauarbeiten auf der Bahnhofstraße, Autofahren in dem gesamten Stadtgebiet wird mit der zusätzlich gesperrten Salomonstraße mit Sicherheit nicht einfacher. Die Bahnhofstraße bleibt acht Monate gesperrt. Dieter Peschel hofft, dass die Salomonstraße im August wieder befahrbar ist.

Probleme wie an der Salomonstraße gibt es mit den anderen Immobilienkäufen des Kreises für das künftige neue und größere Landratsamt bisher nicht. Nur an der Berliner Straße mussten Schäden am Putz ausgebessert werden. Zwischen ihr und der Salomonstraße soll der neue Verwaltungscampus entstehen. Landrat Bernd Lange geht inzwischen von einer reinen Bausumme von 25 Millionen Euro aus. Ob diese Summe am Ende reichen wird, ist allerdings offen. „Wir sind mitten in der Vorplanung“, so Bernd Lange. Zum Jahresende soll klar sein, ob die anvisierte Summe den Landratsamt-Neu- und Umbau decke, welche Fördertöpfe genutzt werden können. Unter anderem wird das Areal zwischen Salomon- und Berliner Straße unterkellert, 220 Parkplätze entstehen im Untergrund.

Eines wird sich jedenfalls ändern im Vergleich zu vorhergehenden Bauaktionen des Landkreises. „Wir werden die Kostenkontrolle anders gestalten, sodass wir immer noch reagieren können“, sagt der Landrat – wohl auch mit Blick auf die gerade mit Architekturbüros geschlossenen Vergleiche vor Gericht.

Osterüberraschung