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Salzweg-Brücke bleibt ein Problemfall

Das Bauwerk in Ebersbach beschäftigt die Stadt schon Jahre. Nun soll es im Oktober losgehen. Ob es tatsächlich klappt, ist aber noch offen. 

Die baufällige Brücke am Salzweg in Ebersbach wird ersetzt.
Die baufällige Brücke am Salzweg in Ebersbach wird ersetzt. © Archivfoto: Matthias Weber

Irgendwie ist der Wurm drin: Die Brücke am Salzweg bleibt einfach ein Problemfall. Erst verursachten die hohen Baukosten der Stadt Schwierigkeiten. Um die 800.000 Euro schätzte sie für den Bau einer neuen Brücke über die Eisenbahnstrecke Zittau - Dresden. Überhaupt war das ganze Vorhaben umstritten, denn die Brücke führt zu lediglich zwei Häusern. Durchgangsverkehr gibt es hier überhaupt nicht, hinter den beiden Grundstücken geht es nicht weiter, hier verläuft die tschechische Grenze. Da tauchte die berechtigte Frage auf: "Muss man dafür so viel Geld ausgeben?" Jahrelang beschäftigte die Brücke deshalb Stadtverwaltung und Stadtrat. 

Aber es nützte alles nichts, das über 100 Jahre alte Bauwerk ist kaputt und muss ersetzt werden. Anders ist sonst keine Zufahrt zu den betreffenden Häusern möglich. Die Stadt bekommt 90 Prozent Fördermittelzuschuss und schrieb das große Bauvorhaben aus. Doch nun macht die Ausschreibung Probleme. Es geht um den Preis. Der ist nicht etwa zu hoch, sondern niedriger, als veranschlagt. Von den vier Baufirmen, die ein Angebot abgaben, bot eine einen Preis an, der sogar unter der Schätzung von rund 840.000 Euro liegt. Für 716.658 Euro will ein Oberlausitzer Betrieb die Brücke und die Straße darüber bauen. 

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Die Abweichung zu anderen Bietern ist erheblich. Das stimmte einige Stadträte skeptisch. Und auch die Verwaltung hakte nach. "Die Firma konnte belegen, dass die Preise auskömmlich sind", erklärte Bauamtsleiter Matthias Lachmann. Das heißt, mit Kostensteigerungen im Verlauf der Baumaßnahme ist nicht zu rechnen. Immerhin liegt das Angebot um 35 Prozent unter dem zweitplatzierten Bieter. "Die Firma hat Spezialgerät und Material, das sie nicht extra anmieten muss", nennt Lachmann eine Erklärung. Außerdem sei die Firma in dem Bereich schon lange und häufig tätig und daher vertrauenswürdig. Auch die Kalkulation des Bauvorhabens sei schlüssig.

Dennoch hat ein anderer Bieter nun Widerspruch eingelegt wegen des niedrigen Baupreises. Die Stadt hat in einem Gespräch versucht, die Einwände zu klären. Man sei guter Dinge, dass die Unstimmigkeiten aus der Welt geschafft werden können, sagte Bauamtsleiter Matthias Lachmann auf Nachfrage der SZ. Andernfalls müsse die Landesdirektion das Ganze noch einmal prüfen. 

Obwohl noch nicht klar ist, wie lange die Prüfung sich hinziehen wird, geht Lachmann davon aus, dass noch dieses Jahr mit dem Bau begonnen wird. Ursprünglich war der Baubeginn für Oktober geplant. Der Bauamtsleiter rechnet mit einer Bauzeit von etwa zwei Jahren. Die neue Brücke  wird neben die alte gebaut. So kann das alte Bauwerk während der Bauzeit noch als Zufahrt genutzt werden. 

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