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Politik

Obama unterstützt Biden

Lange schwieg Obama dazu, wen er für den besten Herausforderer von Trump hält. Nun spricht sich der Ex-Präsident für seinen früheren Vize aus.

Ein Foto aus dem Jahr 2016: Der damalige US-Präsident Barack Obama (l) schüttelt seinem Vizepräsidenten Joe Biden die Hand. Obama hat seinem früheren Stellvertreter offiziell seine Unterstützung im US-Präsidentschaftsrennen zugesichert.
Ein Foto aus dem Jahr 2016: Der damalige US-Präsident Barack Obama (l) schüttelt seinem Vizepräsidenten Joe Biden die Hand. Obama hat seinem früheren Stellvertreter offiziell seine Unterstützung im US-Präsidentschaftsrennen zugesichert. © Michael Reynolds/epa/dpa

Washington. Signal der Einigkeit bei den US-Demokraten: Der frühere US-Präsident Barack Obama hat seinem einstigen Stellvertreter Joe Biden offiziell seine Unterstützung im Präsidentschaftsrennen zugesichert. "Joe hat alle Eigenschaften, die wir gerade in einem Präsidenten brauchen", sagte Obama in einer am Dienstag auf Twitter verbreiteten Videobotschaft. Das dürfte Biden, dem einzig verbliebenen demokratischen Präsidentschaftsbewerber, einen weiteren Schub geben.

Nach dem Rückzug des linken Senators Bernie Sanders vor einigen Tagen steht der 77-Jährige quasi schon als Herausforderer für den Amtsinhaber Donald Trump bei der Präsidentenwahl Anfang November fest - lange vor dem Ende der Vorwahlen. Die offizielle Kür des Kandidaten soll bei einem Nominierungsparteitag der Demokraten im Sommer folgen.

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Der ehemalige US-Vizepräsident Joe Biden (l) und der linke Senator Bernie Sanders
Der ehemalige US-Vizepräsident Joe Biden (l) und der linke Senator Bernie Sanders © Evan Vucci/AP/dpa

Biden war von 2009 bis 2017 Vizepräsident unter Obama gewesen. Obama sagte, die Wahl Bidens als Vize sei eine der besten Entscheidungen seines Lebens gewesen. Bislang hatte sich Obama mit Blick auf das interne Rennen der Demokraten öffentlich zurückgehalten und sich hinter keinen Bewerber gestellt. Trump hatte Obamas bisheriges Schweigen mehrfach zum Anlass für Attacken auf Biden genommen und gespottet, dieser habe nicht mal Obamas Unterstützung sicher - trotz der gemeinsamen Jahre im Weißen Haus. Tatsächlich hatte es in den vergangenen Monaten mehrfach Medienberichte gegeben, wonach Obama Bidens Bewerbung mit Skepsis betrachte.

Die Demokraten bemühen sich inzwischen aber intensiv darum, die Reihen zu schließen und alle Kräfte hinter Biden zu versammeln, um Trump im November zu schlagen.

Obama pries Bidens lange politische Erfahrung. "Joe hat den Charakter und die Erfahrung, uns durch eine unserer dunkelsten Zeiten zu führen", sagte der Ex-Präsident. Biden werde sich mit guten Experten und Beratern umgeben. In Anspielung auf Trump sagte Obama, die aktuelle Krise zeige, dass gutes Regieren wichtig sei, ebenso Fakten, Wissenschaft, Rechtsstaatlichkeit - und Anführer, die informiert und ehrlich seien.

Der frühere Regierungschef wandte sich zugleich mit einem einenden Signal an den linken Flügel seiner Partei und lobte die Arbeit von Bernie Sanders. Es sei wichtig, sich auf die Zukunft zu konzentrieren. "Bernie versteht das und Joe versteht das." Wirkliche strukturelle Veränderungen seien nötig. "Die Demokratische Partei muss mutig sein."

Obamas Stimme hat viel Gewicht. Der Ex-Präsident ist einer der bekanntesten Demokraten des Landes und sehr beliebt. Er spricht unter demokratischen Anhängern verschiedenste Gruppen an. Viele Amerikaner sehnen sich nach den Obama-Jahren zurück. Biden hatte in seinem bisherigen Wahlkampf immer wieder auf Verdienste aus Obamas Regierungsjahren verwiesen. Er dankte Obama für dessen Unterstützung. Diese bedeute ihm sehr viel, schrieb Biden auf Twitter. "Es gibt niemanden, den ich lieber an meiner Seite hätte."

Die Demokratische Partei bemüht sich intensiv um Signale der Einigkeit gegen Trump. In den vergangenen Wochen hatten sich diverse ausgestiegene Präsidentschaftsbewerber hinter Biden gestellt. Am Montag hatte dann auch Sanders seinem bisherigen Konkurrenten Biden öffentlich seine volle Unterstützung zugesichert - bei einer gemeinsamen Online-Videoschalte.

Bei der Verkündung seines Rückzugs vor einigen Tagen hatte Sanders zunächst auf eine vollmundige Unterstützung seines bisherigen Kontrahenten verzichtet und zugleich angekündigt, bei den restlichen Vorwahlen auf den Wahlzetteln zu bleiben, um weiter Delegiertenstimmen zu sammeln und sich so noch inhaltlichen Einfluss beim Parteitag der Demokraten im August zu sichern. Nun aber stellte sich Sanders voll hinter Biden, der ihm und dessen Anhängern wiederum ein inhaltliches Entgegenkommen versprach - in der Hoffnung, dass sich auch Sanders' Anhängerschaft hinter Biden versammelt.

Biden gehört dem moderaten Flügel der Partei an. Sanders dagegen vertritt seit Jahrzehnten eine klar linke Agenda. Der Plan, die Positionen der beiden zu kombinieren, ist der Versuch, die Partei gegen Trump zu einen.

Bei der Wahl 2016 hatte es erbitterte interne Kämpfe um die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten gegeben: Sanders hatte sich bereits damals um eine Nominierung bemüht, unterlag bei den Vorwahlen aber seiner internen Konkurrentin Hillary Clinton. Der Kampf zwischen Sanders und Clinton hinterließ in der Partei viel böses Blut. Manche sahen Trumps Wahlsieg 2016 dadurch begünstigt. Ein ähnliches Drama wollen viele Demokraten diesmal mit aller Macht vermeiden.

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