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Schulsanierung kann starten

Der Landkreis und die Stadt Kamenz haben die Verträge zur 2. Oberschule unter Dach und Fach. Es geht um Schul- und Städtebauvorhaben in Höhe von elf Millionen Euro.

© Archivfoto: Matthias Schumann

Von Frank Oehl

Kamenz. Noch in den letzten Unterrichtstagen vor den Ferien ist die 2. Oberschule in Kamenz freigezogen worden. Das war ein ziemlicher Kraftakt, vor allem für die Lehrerinnen und Lehrer, gewesen, die ja zuvor auch mit den Prüfungen der Zehntklässler zu tun gehabt haben. Und dann noch der Umzug. Ab dem neuen Schuljahr, also genau in vier Wochen, startet der Unterricht im Interimsgebäude, also in der altehrwürdigen Lessingschule in der Henselstraße, die wiederum in drei Jahren Sitz des innenstadtnahen Gotthold-Ephraim-Lessing-Gymnasiums sein wird. In den letzten Monaten hat der Landkreis als Schulträger zunächst die energetische und brandschutztechnische Sanierung der Lessingschule realisiert – mit dem Einbau eines neuen Treppenhauses als zweiten Fluchtweg.

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Landrat Michael Harig (CDU) und der Kamenzer OB Roland Dantz (parteilos)  bei der Vertragsunterzeichnung.
Landrat Michael Harig (CDU) und der Kamenzer OB Roland Dantz (parteilos) bei der Vertragsunterzeichnung. © Matthias Schumann

Das alles ist aber noch gar nix gegen das, was nun beginnt. Noch in den Ferien startet die Entkernung des typischen DDR-Schulbaues in der Saarstraße – und der Aushub für den neuen Anbau an die 2. Oberschule, unter anderem mit einer Schulaula. Am Freitag haben Landrat Michael Harig und Oberbürgermeister Roland Dantz im Kamenzer Rathaus jene Verträge unterschrieben, die alle Leistungen von Stadt und Landkreis in der Saarstraße exakt festzurren.

OB Dantz: „Das Finanzierungsmodell ist sehr komplex.“ Immerhin elf Millionen Euro werden verbaut, von denen sechs Millionen Euro aus Stadtumbau- und Mitteln des europäischen Entwicklungsfonds für regionale Vorhaben (Efre) gespeist werden. Dazu kommen jeweils eine knappe Millionen als Eigenanteil der Stadt Kamenz und aus dem Landesprogramm „Brücken in die Zukunft“.

Startschuss für Umbau der Schulstandorte in Kamenz

Und einen ganz erheblichen Anteil von mehr als vier Millionen Euro gibt der Landkreis selbst ins Projekt, der damit freilich auch jene Verpflichtungen einlöst, die er bereits vor 15 Jahren eingegangen war, als er die 2. Oberschule auf Vorschlag der damaligen Kamenzer Landrätin Andrea Fischer hin von der Lessingstadt übernahm, um sie mit Kreismitteln zu sanieren. In den Jahren seither war das Lehren in der Saarstraße immer schwieriger geworden.

Die Sanierung der 2. Oberschule ist nur der Startschuss in den weitreichenden Umbau der Schulstandorte in Kamenz bis 2021. Bis September wird die Vorplanung für den inzwischen vierstöckigen Anbau an die Lessingschule (mit Stadtbibliothek) abgeschlossen sein. Ab 2019 soll gebaut werden – während laufendem Schulbetrieb für die 2. Oberschule, was durchaus eine große Herausforderung darstellt.

Noch keine letzte Klarheit für Schulsport des Gymnasiums

Wenn die Arbeiten hier wie auch in der Saarstraße planmäßig verlaufen, könnte die Oberschule in den Winterferien 2020 wieder zurückziehen. Und dann bliebe noch etwa ein halbes Jahr, um den gymnasialen Standort an der Henselstraße zu vollenden, wobei es noch keine letzte Klarheit über den Schulsport der künftigen Abiturienten gibt. Nach wie vor spielt die moderne Dreifeldhalle in der Macherstraße dabei eine herausragende Rolle – mit den entsprechenden Wegezeiten für die Schüler.

Dennoch zeigten sich Harig und Dantz am Freitag optimistisch, was das Gesamtprojekt betrifft. Harig: „Wir sind froh, dass wir in einem langen Prozess die Nachnutzung der Schule in der Macherstraße gesichert haben.“ Damit könnten nun die gymnasialschulischen mit städtebaulichen Zielen verbunden werden. Und die Stadt lobt ausdrücklich die Unterstützung des Freistaates und des Landkreises bei der Suche nach der jetzigen Gesamtlösung, die ja mehr als 30 Millionen Euro wert ist. Dantz: „Die Stadt ist daran mit etwa drei Millionen Euro auch direkt beteiligt.“