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Sanierung in der Dippser Unterstadt geht weiter

Das Museum bekommt eine Neugestaltung. Das kostet fast genauso viel, wie auf die Bauarbeiten zu verzichten.

© Egbert Kamprath

Von Franz Herz

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Dippoldiswalde. Dippoldiswalde hat sich unter Druck gesetzt, aber die Stadt will dem standhalten. Der Druck kommt von den Stadtsanierungsprogrammen, an denen sich Dippoldiswalde vor Jahren beteiligt hat, die die Stadt jetzt aber bis zu Ende durchziehen muss – sonst droht die Rückzahlung von Fördergeldern. Es geht dabei um zwei Vorhaben: erstens das Förderprogramm „Städtebaulicher Denkmalschutz“, zu dem unter anderem die Neugestaltung des Obertorplatzes gehört, und zweitens um das Programm für die Dippser Unterstadt, dessen Kernpunkt die Sanierung und Neugestaltung des Museums ist.

Das wichtigste Vorhaben ist die Sanierung und der behindertengerechte Umbau des Museums. © Egbert Kamprath
Im Zuge des Stadtsanierungsprogramms für die Dippser Unterstadt sollen verschiedene kleine Vorhaben umgesetzt werden, wie die Sanierung des zugewachsenen Mühlgrabens. © Egbert Kamprath

Der Stadtrat hat auf seiner jüngsten Sitzung entschieden, dass Dippoldiswalde auch das Programm für die Unterstadt bis zum Ende durchziehen will. Die Situation ist fast die gleiche wie beim ersten Programm, für dessen Fortsetzung der Rat sich schon im Januar ausgesprochen hat.

Dippoldiswalde hat die Wahl. Entweder nimmt Dipps für die Unterstadt rund eine Million Euro in die Hand, saniert das Museum, den Mühlgraben und gestaltet die Ecke zwischen Museum und Bahnhof ordentlich. Oder die Stadt stoppt das Programm und zahlt die Fördermittel zurück, welche Dippoldiswalde bereits in diesem Rahmen bekommen hat. Dann müsste die Stadt über eine Million Euro nach Dresden zurücküberweisen, fast die gleiche Summe, wie der Weiterbau kosten würde. Das Geld wurde beispielsweise für die Gestaltung des Polyparks und den Abriss von alten Gebäuden hinter dem Museum ausgegeben.

Bei einem Stopp des Förderprogramms wäre auch die Finanzierung des Museumsbaus hinfällig. Der kann aber nicht einfach ausfallen. Denn im Gebälk sitzt der Hausschwamm. Den zu sanieren ist eine baupolizeiliche Auflage, um die sich die Stadt auch ohne Förderung kümmern muss.

So fiel den Stadträten die Entscheidung nicht schwer: Sie stimmten einstimmig dafür, das Sanierungsprogramm bis zum Ende fortzusetzen.

Es ist inzwischen erheblich abgespeckt worden. Anfangs war der Neubau eines Zentrums für mittelalterlichen Bergbau und ein neues Depotgebäude für das Museum geplant. Jetzt ist das Programm auf seinen Kern reduziert worden, wie der Baubeigeordnete Peter Antoniewski sagte. Für 2,9 Millionen Euro soll das vorhandene Museum saniert und umgebaut werden. Dazu kommen noch drei kleinere Vorhaben, wie die Bauverantwortliche Simone Ullrich-Braune informierte. Für jeweils rund 100 000 Euro sollen die Straße an der Kleinbahn und der Mühlgraben saniert werden. Außerdem wird für das Programm verlangt, dass die Verbindung vom Bahnhof zum Museum neu gestaltet wird. Die Fahrgäste der Weißeritztalbahn hätten dann eine direkte Verbindung, um die Ausstellung zu besuchen.

Planungsaufträge für 425 000 Euro

Mit der Stadtratsentscheidung ist der Weg für die Museumssanierung frei. Daher waren in der Folge noch eine Reihe von Planungsaufträgen für insgesamt 425 000 Euro zu vergeben. Die Objektplanung geht an die Bietergemeinschaft von zwei Planungsbüros, die bisher schon für das Bauvorhaben gearbeitet haben: „h.e.i.z. Haus“ aus Dresden und „Vetter – von Berg“ aus Pirna. Hier geht es insgesamt um einen Auftragswert von rund 242 000 Euro. Diese Büros bekommen auch den Auftrag für die Planung der Freianlagen in Höhe von rund 33 000 Euro.

Die Planung der Statik übernimmt die Firma „Trag Werk Ingenieure“ aus Dresden. Sie hat mit rund 52 000 Euro das günstigste Angebot abgegeben. Wasser, Heizung und Lüftung plant die Firma „Günther Ingenieure GmbH“ aus Dresden für rund 50 000 Euro. Die Elektroanlagen, Medienleitungen und Aufzüge projektiert das Ingenieurbüro Ranft aus Dippoldiswalde für rund 48 000 Euro. Die Entscheidung, wer die Zuschläge bekommt, ist damit gefallen. Die Aufträge werden nun je nach Fortschritt der Arbeiten stufenweise vergeben. Bis Herbst ist jetzt Zeit für diese vorbereitenden Arbeiten. Dann sollen die Museumsstücke ausgelagert werden und die Bauarbeiten beginnen.

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