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Sanierungs-Stress in Zauckerode

Die Wohnungsgesellschaft lässt Küchen und Bäder erneuern. Dreck und Lärm nerven die Mieter. Nun wird Kritik laut.

© Karl-Ludwig Oberthür

Von Annett Heyse

Freital. Das Chaos ist bereits von außen zu erahnen. Auf dem Fensterbrett der Küche stehen Putzmittel neben Küchengeräten und Messerblock. Dahinter zeichnen sich die Umrisse von Handwerkern ab, die an den Wasserleitungen arbeiten. Einen Hauseingang weiter dröhnt die Bohrmaschine eines Elektrikers. Die Heinrich-Heine-Straße 5 im Neubaugebiet Zauckerode ist in diesem Sommer eine Baustelle.

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In fünf Hauseingängen wird Strang für Strang die Haustechnik erneuert. Für die Mieter bedeutet das: Nerven lassen. „Natürlich ist das anstrengend, die Wohnung wird schmutzig, die Küche kann ich kaum benutzen und ich weiß manchmal nicht, wohin mit meinem Zeug“, beschreibt eine Seniorin die Situation. Die Frau steht vor dem Block und will jetzt zu einer Bekannten zum Kaffeeschwatz gehen. „Da sehe ich das Durcheinander erst mal für ein paar Stunden nicht.“ Ein Anrufer bei der Sächsischen Zeitung wird da konkreter. „Die Menschen müssen wie die Schweine leben.“ Und er spricht von einer Mängelliste, die nicht abgearbeitet wird.

Die Heinrich-Heine-Straße 5 sowie die Hauseingänge Nummer 10 und 12, wo ebenfalls gebaut wird, gehören der Wohnungsgesellschaft Freital. Der Großvermieter lässt schrittweise seinen gesamten Zauckeroder Bestand auf Fernwärmeversorgung umstellen. Bisher war es dort so, dass die Fernwärme nur in die Heizungssysteme eingespeist wurde. Trinkwasser hingegen wurde über Gastherme erhitzt, gekocht wurde auf Gasherden. Das soll nun der Vergangenheit angehören.

Die Durchlauferhitzer kommen raus, mit ihnen verschwinden auch die Leitungen und Abluftrohre. Stattdessen werden in den Bädern Wärmetauscher installiert. Gekocht wird künftig auf Elektroherden. Zudem werden noch neue Heizkörper in allen Räumen eingebaut und die Elektroinstallationen in den Treppenhäusern modernisiert. Die Arbeiten sind so getaktet, dass jeder Strang nach zwei Wochen fertig ist. „Mir ist klar, dass das für die Mieter trotzdem eine Belastung ist“, sagt Henryk Eismann, Prokurist bei der WGF. Im Vorfeld habe es Begehungen und Gespräche mit allen Mietern gegeben. „Wir haben auch bei den Vorbereitungen geholfen, wo die Mieter das gewünscht haben“, schildert Eismann. So schickte die WGF zum Beispiel Handwerker los, die den Mietern halfen, Küchenmöbel zu demontieren. Eismann: „Wir wollen die Belastungen so gering wie möglich halten.“ Ganz ausschließen kann man diese aber nicht – Dreck und Lärm entstehen beim Bauen nun mal.

Für die WGF ist es nicht die erste Sanierung. Weitere Blöcke in der Heinrich-Heine-Straße waren bereits im vergangenen Jahr dran. „Wir arbeiten auch dieses Jahr wieder mit den Firmen zusammen, die wir schon gut kennen und wo wir wissen, dass es klappt.“

Dass dabei nicht immer alles rund läuft, gibt Eismann zu. „Wo gearbeitet wird, passieren auch Fehler.“ Sobald ein Strang fertiggestellt ist, erfolgt eine Abnahme. Mängel und Schäden werden aufgelistet und je nach Kapazitäten der Firmen abgearbeitet. „Da die Handwerksbetriebe stark ausgelastet sind und unser Bauablauf sehr eng geplant ist, geht das nicht immer sofort.“ Zudem würde es sich bei den Mängeln überwiegend um kleine Schönheitsreparaturen oder Anpassungen handeln, die in den kommenden Wochen behoben werden.