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Sauna in der Landwirtschaftsschule

Nach dem Wasserschaden durch Starkniederschläge werden Trocknungsgeräte eingesetzt. Wie lange, steht noch nicht fest.

© Dietmar Thomas

Von Sylvia Jentzsch

Döbeln. Durch den Computerraum und den Raum, in dem sich eigentlich die Bibliothek befindet, schlängeln sich dünne Kunststoffrohre. In Abständen gehen Röhren direkt in den Fußboden. Ein Trocknungsgerät bläst warme Luft in den Boden, damit aus diesem die Feuchtigkeit weicht. Am Fenster hängt ein Abluftrohr, das die feuchte Luft nach außen bläst.

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Was das Wasser über uns erzählt
Was das Wasser über uns erzählt

Alles, was Menschen zu sich nehmen, landet irgendwann im Wasserkreislauf. Was das für die Zukunft bedeutet, wird an der TUD an einem eigenen Institut erforscht.

So sieht es zurzeit in den beiden Räumen des Förder- und Fachbildungszentrums Nossen mit Sitz in Döbeln und der Fachschule für Landwirtschaft in den Klostergärten aus. Wie lange die Geräte arbeiten müssen, hängt von den Werten ab, die anzeigen, wie viel Feuchtigkeit sich noch im Fußboden befindet. „Die Werte verbessern sich. Die ersten Trockner konnten bereits entfernt werden, andere laufen noch. Es wird durchaus noch mehrere Wochen dauern, bis an die Sanierung der Räume gedacht werden kann“, sagte Mario Schmidt, Landwirtschaftsdirektor sowie Referats- und Schulleiter.

Bis dahin hat das Gebäude mindestens zwei Räume mit Saunaeffekt. In ihnen ist es feucht und unheimlich warm. Sind die Trocknungsarbeiten abgeschlossen, müssen die Löcher im Boden wieder geschlossen, die Räume renoviert werden. Notwendig wurden die aufwendigen Arbeiten wegen des Wasserschadens, hervorgerufen durch den starken Niederschlag am 7. Juni.

„Das Wasser ist durch den Lichtschacht gelaufen. Er konnte die Wassermassen einfach nicht mehr fassen. Außerdem war durch die Pflanzen, die sich im Laufe der Zeit abgesetzt haben, die Entwässerung nicht mehr gegeben“, sagte Mario Schmidt. Das Wasser sei dann an den Wänden entlang im Lichthof auf den Boden gelaufen und habe sich von dort aus in den Räumen, die auf gleicher Höhe lagen, ausgebreitet und sei dann auch noch ins Erdgeschoss gelaufen. „Das Wasser stand gar nicht so hoch, aber es findet seinen Weg“, so der Schulleiter. Um das künftig zu vermeiden, wird nun eine größere Schleuse in den Boden eingebaut, die das Wasser aufnehmen soll, das möglicherweise noch einmal in den Lichthof dringen könnte.

Nach dem Wasserschaden waren die komplette Technik und die Kommunikationsanlagen außer Betrieb. Am ersten Arbeitstag nach dem Wassereinbruch wurden zumindest die Internetverbindung und die interne Telefonanlage wieder in Ordnung gebracht.

Das Gebäude wird vom Sächsischen Immobilienmanagment (SIB) betreut und ist eine sächsische Liegenschaft. Das Förder- und Fachbildungszentrum sowie die Fachschule für Landwirtschaft sind eingemietet. „Nachdem wir den Schaden entdeckt haben, waren Mitarbeiter des SIB vor Ort und haben alles begutachtet und eine Spezialfirma für die Trockenlegung von Mauerwerken beauftragt“, sagte Schmidt.

Dann begann das große Ausräumen. „Die Bibliothek war gerade vorgerichtet worden. Doch es half alles nichts. Das Inventar musste raus und wird zwischengelagert“, sagte der Schulleiter.

Zum Glück mussten nur wenige Mitarbeiter des Amtes ihren Arbeitsplatz räumen. Sie haben vorübergehend in einem anderem Bereich Platz gefunden. Positiv sei auch, so Schmidt, dass die Landwirtschaftsschule eine Winterschule sei, weil die Landwirte in den Wintermonaten von November bis Ende März eher Zeit haben, die Schulbank zu drücken und sich als Wirtschafter der Landwirtschaft zu qualifizieren oder für die Meisterprüfung vorzubereiten, als zur Ernte im Sommer.