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Saupsdorfer ehren Ballonfahrerin

Vor genau 200 Jahren stürzt Wilhelmine Reichard am Wachberg ab. Sie überlebt.

Von Heiko Erbert

Es ist vielen Saupsdorfern vielleicht gar nicht bekannt, was sich am 30. September 1811 über dem kleinen Ort, zwischen Wachberg und Kirnitzschtal, ereignete.

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Vor nunmehr 200 Jahren entschloss sich in Dresden eine junge Frau namens Wilhelmine Reichard zu einer Ballonfahrt. Sie hatte vorher schon zwei Fahrten von Berlin aus absolviert und bereitete nun ihre dritte Ballonfahrt vor. Eigentlich war die Luftreise für den 29. September 1811 geplant. Doch sie musste aus verschieden Gründen verschoben werden: Die zum Befüllen des Ballons nötige Schwefelsäure kam zu spät in Dresden an, die Füllung verzögerte sich, derweil brach die Dunkelheit herein.

Doch auch am nächsten Tag gab es Probleme – diesmal mit den Wetter. Es herrschten starker Wind und Regen. Der schon gefüllte Ballon ließ sich nur mit großer Mühe auf den Boden bändigen, einzelne Windseile lösten sich, und auch ein Teil des Netzes im oberen Teil nahe des Ventil war bereits gerissen.

Der Ehemann Gottfried Reichard hatte sich längst damit abgefunden, dass aus der geplanten Luftreise unter diesen Umständen nichts werden würde. Frau Wilhelmine war aber offenbar anderer Ansicht, denn als sich Gottfried Reichard gerade von den Witterungsverhältnissen überzeugte, sah er, wie seine Frau die Gondel bestieg und empor schwebte. Durch den Wind wurde sie aber stark abgetrieben und das Netz verwickelte sich an den Zweigen verschiedener Bäume.

Bis auf 7.800 Meter

Sie warf Ballast ab, dann gelang ihr der langsame Aufstieg. Als sich die Gondel erneut zu senken begann, warf sie zuletzt sogar noch den Anker mit dem Tau über Bord.

Es dauert etwa zwölf Minuten, bis die Gondel außer Sichtweite war. Am nächsten Morgen erreichte Gottfried Reichard die Nachricht, dass seine Frau an der böhmischen Grenze am „Wachberg“ bei Saupsdorf glücklich gelandet sei. Er fuhr umgehend hin, musste aber feststellen, dass der Brief nicht der Wahrheit entsprach.

Was sich wirklich während der Fahrt ereignet hatte, erfuhr er von seiner Frau. Als sie sich kaum über den Wolken befand, seien heftige Windstöße aufgekommen, welche den Ballon immer wieder in verschiedene Richtungen schleuderten. Die Gondel befand sich nur selten senkrecht unter dem Ballon. Wirklich beunruhigend war jedoch die starke Geschwindigkeit, mit der der Ballon aufstieg. Sie öffnete immer wieder das Ventil, um Gas entweichen zu lassen. Bald erreichte sie eine unglaubliche Höhe von 7800 Metern und verlor das Bewusstsein.

Wilhelmine Reichard stürzt am 30. September um 16.30 Uhr am Wachberg bei Saupsdorf mit ihrem Ballon ab. Gefunden wird sie vom damaligen Erblehnrichter Johann Christlieb Thiermann, welcher dieses Ereignis auch einen Tag nach dem Absturz beurkundet.

In Saupsdorf soll die Leistung dieser Frau nunmehr geehrt werden. Deshalb sind alle Einwohner und Interessierte am 30. September, 17 Uhr, auf den Wachberg eingeladen. Hier wird ihr zu Ehren eine Gedenktafel enthüllt.

Quellen: Heide Monjau (Wilhelmine Richard – erste deutsche Ballonfahrerin), Gottfried Reichard (Beschreibung der dritten Luftreise), Internet (Wikipedia)