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Saure Gurken für schiefe Töne

City-Manager Jürgen Wolf hat genug von miesen Straßenmusikern. Ein Casting soll nun helfen.

© dpa

Von Julia Vollmer

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Das kompakte Design und die Ausstattung sind beeindruckend: Jetzt mit dem neuen City-SUV T-Cross von Volkswagen davondüsen.

Ein Glas saure Gurken statt faule Eier. Hier geht es nicht etwa um Aktionen gegen unbeliebte Politiker oder fiese Nachbarn, sondern um schlechte Musiker. City-Manager Jürgen Wolf hat genug von der Dauer-Debatte um die lärmenden Straßenmusiker in der Stadt und ruft zum Casting am 1. und 2. Oktober. Gesucht werden keine mageren Models oder peinliche Möchtegern-Schauspieler, sondern talentierte Straßenmusiker. Die Ecke Prager/Trompeterstraße schlägt er als Ort dafür vor.

Genau an diesen Tagen werden Hunderttausende Menschen in der Stadt erwartet. Dresden richtet in diesem Jahr die Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit am 3. Oktober aus. Ein ganzes Wochenende soll die Sause dauern. Gute Musik wird gesucht. Wer keinen Ton trifft und nur zwei Akkorde auf der Gitarre kann, bekommt ein Glas saure Gurken.

„Wir loben den Wettbewerb natürlich mit einem Augenzwinkern aus und wollen niemanden diskreditieren“, sagte der City-Manager. Er will vielmehr zeigen, wie wichtig und wertvoll die Musikerszene für Dresden ist. Daher will er mit dem Casting die Passanten für die Straßenmusiker gewinnen. Aufgerufen sind alle Bands und Einzelinterpreten, die Lust haben, sich zu präsentieren.

Jürgen Wolf schreibt dafür auch die Musikhochschule und deren Studenten an. Statt der sauren Gurken gibt es für die beste Band natürlich auch einen Preis. Dieser bleibt aber noch geheim. Wer die Auszeichnung bekommt, entscheidet das Publikum.

Die App, über die sich die Straßenmusiker künftig eine Genehmigung holen sollen, findet der City-Manager gut. „Doch warum kommt sie erst nächstes Jahr? Das ist viel zu spät.“ Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (die Grünen) will das Programm für Handys programmieren lassen. Doch vorher muss der Stadtrat seine Zustimmung geben.

Der Bürgermeister reagiert mit dieser Idee auf die unzähligen Beschwerden von Händlern, Anwohnern und Mitarbeitern in Büros und Kanzleien über die Lärmbelästigung durch Musiker. Vor allem eine Band aus Osteuropa sorgte im Juni und Juli für Ärger auf der Prager Straße und am Goldenen Reiter. Weitere Vorschläge gibt es bislang nicht aus dem Rathaus.