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Saurierpark bekommt Busanbindung

Mit öffentlichen Verkehrsmitteln war der Freizeitpark in Kleinwelka bisher nur schwer zu erreichen. Die Betreiber wollen das ändern – und starten jetzt einen Test.

© Montage: Uwe Soeder

Von Marleen Hollenbach

Die Drittelstunde – der SZ-Podcast

Aktuelle Themen sowie Tipps und Tricks für den Alltag: Fabian Deicke stellt Experten verschiedener Gebiete die Fragen der SZ-Community.

Bautzen. Das Laufen hat ein Ende: Sechs Wochen vor Saisonstart überrascht der Saurierpark mit dieser guten Nachricht. Bislang war es egal, mit welcher Buslinie die Besucher sich dem Freizeitpark näherten, ab der Ortsmitte von Kleinwelka ging es nur noch per Fuß weiter. Wenn aber der Park Ende März wieder öffnet, wird alles anders sein. Dann fährt ein Bus die Besucher von Bautzen aus direkt bis zum Eingangstor.

Mit diesem Angebot erfüllen die Betreiber des Saurierparks den Gästen einen großen Wunsch. „Viele Besucher hatten sich bei uns gemeldet und nach einer regelmäßigen Busverbindung gefragt“, erklärt Volker Bartko, Chef der Beteiligungs- und Betriebsgesellschaft Bautzen (BBB), die für den Saurierpark zuständig ist. Im vergangenen Jahr habe man sich deshalb mit den Vertretern von Regiobus, dem Landratsamt und der Bautzener Stadtverwaltung an einen Tisch gesetzt. „Alle haben die Busanbindung befürwortet“, so Bartko.

Buslinie wird erweitert

Das Verkehrsunternehmen Regiobus Bautzen wird die Fahrten übernehmen. Dabei handelt es sich nicht um einen Shuttlebus. Vielmehr wird die bereits vorhandene Buslinie 122 um Fahrten in Richtung Saurierpark erweitert. „Das heißt auch, dass für diese Fahrten der Zvon-Tarif gilt“, erklärt Andrea Radtke, Chefin von Regiobus. Für die Linie 122 hat das keine Auswirkungen. Der Bus fährt zu den gewohnten Zeiten von Bautzen nach Göda.

Zusätzlich wird er zweimal am Vormittag vom August-Bebel-Platz in Richtung Saurierpark starten und zweimal am Nachmittag vom Park zurück nach Bautzen fahren. Den Fahrplan wird Regiobus erst in ein paar Tagen veröffentlichen. Fest steht aber schon jetzt, dass der neue Saurierpark-Bus auch am Bahnhof halten wird. Die Fahrten wurden sogar mit den Zugfahrzeiten abgestimmt, damit Besucher, die mit der Bahn aus Görlitz oder Dresden kommen direkt umsteigen können. Auch soll die neue Linie nicht jeden Tag fahren. Besucher können ab Saisonstart immer Dienstag, Donnerstag, Sonnabend, Sonntag und an den Feiertagen die Busverbindung nutzen.

„Schon in den 90er-Jahren gab es so eine Verbindung“, erklärt Andrea Radtke. Doch damals sei die Linie nicht so gut angenommen wurden. Für sie war es am Ende eine finanzielle Frage. „Wir können vieles möglich machen, so lange jemand dafür bezahlt. In diesem Fall haben wir uns mit der BBB geeinigt“, erklärt sie.

Test für eine Saison

Einen Haken hat das Ganze allerdings. Wie BBB-Chef Volker Bartko erklärt, handelt es sich zunächst um eine Testphase. Eine Saison lang wollen die Parkbetreiber die Busanbindung ausprobieren. Erst dann wird entschieden, ob die Haltestelle bleibt. Im besten Fall könnte sich der Betreiber sogar vorstellen, dass der Bus noch öfter fährt. Doch das liegt in der Hand derer, die das Angebot nutzen. Regiobus-Chefin Andrea Radtke kündigt an, dass es während der Saison im Bus Zählungen geben wird.

Potentielle Nutzer könnte es durchaus geben, denn an Besuchern mangelte es dem Saurierpark nicht. Im Gegenteil: Im vergangenen Jahr verkündeten die Mitarbeiter einen Rekord. 235 000 Gäste besuchten die Urzeittiere. Das gute Wetter bescherte dem Park diesen Besucher-Boom. Viele kamen aber auch, um sich die neue Attraktion anzuschauen. Im April eröffnete das Mitoseum. Ein spektakuläres, multimedial ausgerüstetes Eingangsgebäude führt seit April ins Land der Urzeitriesen. Auch haben die Betreiber den Parkplatz vergrößert, damit jeder eine Stellfläche findet.

Gewinnspiel für Kindergruppen

Für die Buslinie hatte sich auch der Kleinwelkaer Ortsvorsteher Friedemann Koban (CDU) stark gemacht. Schon lange bereitete es ihm Sorgen, wenn eine Schulklasse Richtung Saurierpark unterwegs war. Zwar gibt es von der Ortsmitte aus einen schönen Wanderweg. Doch nicht alle Lehrer und Erzieher kennen diesen Pfad. Koban beobachtete sogar Kindergruppen, die etwa 20 Minuten an der Straße entlang zum Park liefen. Die Strecke ist eng und wird trotz der Ortsumgehung von Lastern genutzt. „Das war gefährlich und auch anstrengend für die Kinder“, sagt der Ortsvorsteher, der froh ist, dass es eine Lösung gibt.

Bei der ersten Fahrt am 27. März haben sich die Betreiber des Saurierparks noch etwas besonderes ausgedacht. Das Parkmaskottchen Bodo wird dann eine Kindergartengruppe oder eine Schulklasse einladen. Wer ein Gedicht oder eine Bastelei abgibt, kann sich für den kostenlosen Ausflug in den Saurierpark bewerben.

Bewerbung bis 9. März an die Beteiligungs- und Betriebsgesellschaft Bautzen, Schäfferstraße 44.