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Dresden

Schade – kein richtiges neues Hochhaus

Christoph Springer kommentiert das gerade vorgestellte Konzept zu weiteren Hochhäusern in Dresden. Und ist enttäuscht.

© Montage: Sven Ellger/SZ-Bildstelle

Moderne Architektur hat natürlich nicht nur etwas mit der Höhe von Gebäuden zu tun. Auch Baumaterialien wie Stahl und Glas sind dafür nicht entscheidend. Aber gehört in eine richtige Großstadt nicht auch ein richtiges Hochhaus? Also eines, auf das man irgendwie aus jeder Richtung blickt, das mit Glas und Stahl glänzt und zugleich auch modern ist? Ein Gebäude, das Gesprächsthema werden kann, Identität stiftet und das stets auch Touristen anlockt, weil es eben etwas Besonderes ist?

So etwas soll Dresden nicht bekommen. Das Konzept, das jetzt von einem Schweizer Büro erarbeitet wird, zeigt unmissverständlich: Solch ein Gebäude passt nicht in die Stadt. Alles, was geht, haben die Planer erklärt. Sie sind eigentlich der Ansicht, dass Dresden gar kein neues Hochhaus braucht. Wenn aber eins gebaut werden sollte, dann nur auf den jetzt definierten Flächen und maximal so hoch, dass Sichtachsen nicht gestört werden. Die haben sie von vorhandenen Aussichtspunkten und mehreren Plänen abgeleitet.

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Das Ergebnis ist für Hochhaus-Fans unbefriedigend. Tröstend ist da nur, dass sehr hohe Gebäude aus Sicht der Planer ohnehin nicht gegen Wohnungsnot helfen. Der Grund: Die schicken Wohnungen ganz oben könnten sich ohnehin nur besonders betuchte Menschen leisten. Nötig hat Dresden solche Bauten auch nicht, weil es noch Platz für niedrigere Häuser gibt. Und weil Grund und Boden nicht so teuer sind wie etwa dort, woher die Planer kommen: in Zürich.

Irgendwie ist es aber auch schade, dass Dresden nie ein richtiges neues Hochhaus bekommen wird.

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