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Schäfer übergeben Hilfsappell

Schafe werden zur bedrohten Art - und ein ganzer Berufsstand fürchtet um seine Existenz. Der versucht, mit einer deutschlandweiten Aktion die Politik wachzurütteln - auch in Dresden.

© Robert Michael

Dresden. Die Schäfer in Deutschland sehen ihren Berufsstand bedroht und haben deshalb an die Politik um Hilfe appelliert. Auch in Sachsen beteiligten sich am Donnerstag Berufsvertreter an einer bundesweiten Aktion. Vor dem Landtag in Dresden überreichten sie Parlamentspräsident Matthias Rößler (CDU) eine Petition - Schafbock „Hans“ im Schlepp.

In ihrer Petition verlangen die Schäfer unter anderem eine Weidetierprämie. Nach Angaben des Verbandes der Berufsschäfer in Deutschland gibt es für den Forderungskatalog bislang rund 120 000 Unterschriften. Unterstützung für das Anliegen kam auch aus der sächsischen Politik.

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„Ich will, dass die Haltung von Weidetieren auch unter den Bedingungen des europäischen Artenschutzes flächendeckend und dauerhaft erhalten bleibt“, sagte Agrarminister Thomas Schmidt (CDU). Sachsen habe sich daher auf der letzten Agrarministerkonferenz in Lüneburg gemeinsam mit anderen Bundesländern für die Einführung einer Weidetierprämie ab der neuen EU-Förderperiode eingesetzt. „Für die Zeit bis dahin planen wir in Sachsen eine Erhöhung der Flächenprämien für die Beweidung mit Schafen und Ziegen. Die entsprechenden Prämien sollen von 340 auf 439 Euro pro Hektar steigen.“

Die Landtagsabgeordnete der Linken, Kathrin Kagelmann, rechnete vor, dass sich der Bestand an Schafen in den vergangenen 15 Jahren mehr als halbiert habe. „Kein Wunder: Der Lohn ist niedrig, die Vermarktung der wertvollen Produkte schwierig, der Beitrag der Schäferinnen und Schäfer zum Natur-, Arten-, Hochwasser- und Klimaschutz wird kaum honoriert.“ Nicht der viel gescholtene Wolf habe diese Entwicklung verursacht, sondern allenfalls dafür gesorgt, dass die wirtschaftliche Schmerzgrenze manches Schäfers nun überschritten sei.

„Es kann nicht sein, dass Tierhalter in Deutschland um ihr wirtschaftliches Überleben kämpfen müssen, während die europäische Konkurrenz Fördergelder erhält“, kritisierte die AfD-Abgeordnete Silke Grimm. Hier müssten Bund und Freistaat endlich nachbessern. Grimm sieht das Problem in Sachsen noch durch die hohe Wolfspopulation verschärft; der Schutz der Herden werde immer aufwendiger und kostspieliger. (dpa)