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Schätze aus dem Abfall

Entsorga. Über 30 Firmen aus Sachsen stellen auf der Welt-Leitmesse aus.

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Köln. Von wegen Müll – nie schien er so wertvoll wie heute. Die Wiederverwertung des Abfalls wird wegen steigender Rohstoff- und Energiepreise immer lukrativer. „Schätze aus dem Abfall“, nannte es der Bundesverband der Deutschen Entsorgungswirtschaft (BDE) gestern zum Start der internationalen Leitmesse Entsorga-Enteco (bis Freitag) in Köln. „Früher musste man aus Umweltschutz-Gründen Recycling betreiben, heute ist es auch aus finanziellen Gründen interessant“, sagte BDE-Chef Stephan Harmening. „Alles was wir jahrelang in Sammeln, Trennen und Wiederverwerten investiert haben, zahlt sich jetzt aus.“

Ob Altmetall, Altpapier, Altglas oder Kunststoffe: Hinter Trennen, Sammeln und Aufbereiten steht eine vielseitige Branche. Das spiegelt die Messe mit rund 900 Ausstellern aus 29 Ländern wider, auf der bis Freitag Neuheiten zu den Themen Recycling, Entsorgung, Verbrennung und Wasserwirtschaft gezeigt werden. Aus Sachsen sind mehr als 30 Aussteller präsent.

„Sekundärrohstoffe gewinnen als heimische Rohstoffe zunehmend an Bedeutung“, sagt der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), Jürgen Thumann. „Unsere Unternehmen liefern Anlagen in praktisch alle Industriezweige weltweit“, ergänzt Dieter Brucklacher, Präsident des Verbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA).

Eine Ersparnis von rund 3,7 Milliarden Euro jährlich bringt die Rohstoff-Gewinnung aus Altmaterial der deutschen Volkswirtschaft nach einer Studie des Instituts der Deutschen Wirtschaft. Derzeit werden nach BDE-Angaben etwa 65 Prozent des Abfalls recycelt oder zur Energie-Erzeugung genutzt. Der Anteil sei erheblich ausbaubar, so Harmening: „In 20 Jahren wird man das, was wir heute tun, als Verschwendung bezeichnen.“

Die Bandbreite der Messe-Neuheiten reicht von der Biogasanlage über riesige selbstfahrende Schredder zum Kompostieren, chemische Reinigungssysteme bis hin zu Schutzsystemen für Arbeiter. Sogar Roboter, die den Müll sortieren, sind keine Zukunftsmusik. (dpa)