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Schallschutzfenster für Lärmgeplagte

Die Gemeinde prüft, ob es für die Bewohner der Dresdner Straße Zuschüsse für neue Fenster gibt.

Von Peggy Zill

Mit vier Gegenstimmen hat der Gemeinderat den Lärmaktionsplan der Gemeinde beschlossen. Laut Bürgermeister Siegfried Zenker (CDU) wird die Gemeinde nun versuchen, ein Tempolimit für die Dresdner Straße zu beantragen. Zumindest nachts sollten dort nur noch 30 km/h gefahren werden. Ob das klappt, ist noch nicht sicher. „Außerdem wollen wir prüfen, ob die Gemeinde in das Lärmsanierungsprogramm des Freistaates aufgenommen werden kann“, erklärt der Bürgermeister. Lärmgeplagte Bürger könnten für den Einbau von Schallschutzfenstern eine Förderung beantragen.

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Zur Erstellung eines Lärmaktionsplanes ist die Gemeinde alle fünf Jahre verpflichtet. Den Lärm zu reduzieren, liegt meist jedoch nicht in ihrer Macht. Denn betrachtet werden nur Straßen, auf denen täglich mindestens 8 200 Fahrzeuge unterwegs sind. Das betrifft in Weinböhla die Dresdner Straße, eine Staatsstraße. Für Lärm sorgt in der Gemeinde aber vor allem die Bahn. Für die Kartierung der Strecke ist aber das Eisenbahnbundesamt zuständig. „Um die Lärmsituation im gesamten Gemeindegebiet ausreichend bewerten zu können, wäre eine gemeinsame Betrachtung von Schienen- und Straßenlärm notwendig gewesen. Man hat leider nicht alle relevanten Lärmquellen und -gebiete betrachtet“, kritisiert die BiW-Fraktion den Plan. Außerdem bemängeln die Gemeinderäte, dass der Lärm berechnet und nicht gemessen wird. Das ist laut Siegfried Zenker jedoch so vorgeschrieben. Bei der Berechnung werden die Verkehrs- oder Betriebsdaten der verschiedenen Lärmquellen, die Bebauung und das Geländeprofil berücksichtigt. Eine flächendeckende Messung wäre nur eine Momentaufnahme. Berechnete Pegel sollen besser vergleichbar sein.

Laut Lärmaktionsplan sind 64 Bewohner der Dresdner Straße ganztägig Pegeln ausgesetzt, die zu einer Erhöhung des Risikos gesundheitlicher Auswirkungen führen können. Weiterhin sind 228 Einwohner im Tagesmittel und 134 Einwohner nachts von Straßenverkehrslärm betroffen, der als „belästigend“ eingestuft wird.