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Nach Zugausfällen: Scharfe Kritik an Deutscher Bahn

Auf Oberlausitzer Bahngleisen sind fünf Anbieter unterwegs. Einer von ihnen ist dafür zuständig, dass es überall rollt.

Nichts ging mehr - zwischen Bischofswerda und Görlitz beziehungsweise Zittau fuhren am Donnerstag stundenlang keine Züge. © SZ/Uwe Soeder

Bautzen. Nach dem Zusammenbruch des Zugverkehrs zwischen Bischofswerda und Görlitz sowie Zittau hat die Länderbahn scharfe Kritik am Streckeninhaber Deutsche Bahn AG (DB) geäußert. „Wir sind generell sehr unzufrieden mit der Pflege der Strecken im Ostsachsennetz“, sagte Länderbahn-Sprecher Jörg Puchmüller. „Es kann nicht sein, dass jeder Windstoß reicht, um den Verkehr zum Erliegen zu bringen. Sicherlich ist es diesmal etwas verschärfter, aber dennoch werden wir wieder mit DB Netz sprechen müssen.“

DB Netz ist die für die Funktionstüchtigkeit der Strecken zuständige Bahntochter. Der DB gehören das Gleisnetz und die technischen Anlagen entlang der Schienenstränge, auch wenn darauf andere Unternehmen fahren. Das sind in der Oberlausitz gleich vier Firmen: die Länderbahn zwischen Dresden, Görlitz und Zittau sowie im Dreiländereck, die Ostdeutsche Eisenbahn (Odeg) zwischen Cottbus und Zittau sowie Görlitz und Bischofswerda, die Städtebahn Sachsen zwischen Dresden, Kamenz und Königsbrück sowie die Bahntochter DB Regio zwischen Dresden und Hoyerswerda.

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Mit DB Netz rasselt nicht nur die Länderbahn immer wieder mal zusammen, sondern auch die Städtebahn Sachsen. Ihre Triebwagen fuhren in den vergangenen vier Jahren 50-mal gegen Bäume, die auf Bahntrassen gekippt waren. Städtebahn-Chef Torsten Sewerin sieht nur einen Ausweg: DB Netz müsste links und rechts der Bahntrassen noch mehr Bäume fällen oder zumindest ausästen. Sonst „werden wir in weiteren zwei Jahren den hundertsten Zusammenstoß kundtun“.

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Rückendeckung bekommen die privaten Bahnunternehmen vom Eisenbahnbundesamt. Diese Behörde hat die Eisenbahnaufsicht in Deutschland inne. „Das Eisenbahnbundesamt hat die DB Netz AG aufgefordert, an den entsprechenden Stellen für Abhilfe zu sorgen“, sagte Behördensprecher Moritz Huckebrink.

Wann die DB zuletzt die Bäume entlang der Strecken in der Oberlausitz auf ihre Standfestigkeit hin überprüft hat, blieb am Donnerstag offen. Statt einer Antwort auf die entsprechende Frage der SZ verschickte die Deutsche Bahn Pressemitteilungen über witterungsbedingte Verkehrseinschränkungen in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen und „Bäume, die unter der Schneelast gebrochen sind und in die Gleis- und Oberleitungsanlagen gefallen sind“. Das betraf in der Oberlausitz die Streckenabschnitte zwischen Bischofswerda und den Neißestädten. Bei der Odeg, der Städtebahn und bei DB Regio rollte der Verkehr weitgehend normal, von größeren Problemen wurde nichts bekannt. (SZ/tbe)

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