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Schatzsucher von Riesenfichte verbannt

Für Freunde des Geocachings war es ein extremer Nervenkitzel. Die Nationalparkverwaltung machte dem Treiben ein Ende.

Von Gunnar Klehm

Das sollte wohl die besondere Herausforderung sein. Ein Spaßvogel versteckte kürzlich einen Geocache auf dem höchsten Baum Sachsens, einer 62 Meter hohen Fichte in der Kirnitzschklamm bei Hinterhermsdorf. In 55 Meter Höhe hing das Ziel.

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Ausfindig machen das die modernen Schatzsucher mit ihrem Smartphone oder einem GPS-Gerät. Dann musste man nur noch hochklettern. Alles andere als witzig fand man diese verrückte Idee in der Nationalparkverwaltung Sächsische Schweiz. Matthias Böttger entfernte den Geocache. Er ist für die Nationalparkwacht zuständig und ausgebildeter Höhenarbeiter. Unterstützt wurde er von Frank Kowalzik, einem der Zapfenpflücker im Nationalpark.

„Beim Klettern am Baum ist mit Rindenverletzungen zu rechnen, vor allem wenn Steigeisen benutzt werden oder beim Hochschießen eines Hilfsseiles. Abgebrochene Äste und Zweige oder im Extremfall Kronenbruch könnten die Folge sein“, erklärt Hanspeter Mayr, Sprecher der Nationalparkverwaltung.

Ist der Baum verletzt, können dort Wasser und Pilze eindringen, die den 62 Meter hohen Baum schädigen. Dass auch Gefahren für Kletterer bestehen, komme dazu. Entdeckt wurde der Geocache, weil Mitarbeiter der Nationalparkwacht regelmäßig mit dem Fernglas prüfen, wie vital die Riesenfichte ist.