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Sport

Schempp und Lesser nur Zuschauer

Sie waren Weltmeister, stecken gerade aber in einer tiefen Krise: Simon Schempp und Erik Lesser sind auf der verzweifelt wirkenden Suche nach ihrer alten Form.

Sie suchen derzeit ihre Form: Simon Schempp (l.) und Erik Lesser.
Sie suchen derzeit ihre Form: Simon Schempp (l.) und Erik Lesser. © Archivbild: dpa/Hendrik Schmidt, J·n Kroöl·k/TASR

München. Simon Schempp quälte sich beim Biathlon-Weltcup in Oberhof verkrampft durch die Loipe, Erik Lesser lief im zweitklassigen IBU-Cup in Osrblie hinterher: Die beiden Ex-Weltmeister suchen einen Monat vor dem Start der WM in Antholz (13. bis 23. Februar) weiter verzweifelt einen Ausweg aus der Krise. Eine WM-Teilnahme scheint vor allem für Lesser in weiter Ferne.

Doch auch für Schempp wird es immer enger: Er wurde am Montag wegen seiner akuten Formschwäche aus dem Aufgebot für den Heim-Weltcup in Ruhpolding (15. bis 19. Januar) gestrichen. Er werde "eine Wettkampfpause einlegen und sich im Training auf den Formaufbau konzentrieren", begründete der Deutsche Skiverband (DSV) den Verzicht auf den 31-Jährigen aus Uhingen.

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Doch noch will Arnd Peiffer seine angeschlagenen Kollegen nicht abschreiben. "Ich bin da immer sehr zurückhaltend zu sagen: Die Zeit ist vorbei. Überhaupt nicht, glaube ich nicht. Ich glaube, da fehlt nicht viel und zack, kann er auch wieder auf dem Podest stehen", sagte der Olympiasieger über Schempp und fügte in Richtung Lesser an: "Ich bin davon überzeugt, dass Erik nach wie vor konkurrenzfähig ist im Weltcup."

Aktuell sind jedoch weder der 31 Jahre alte Lesser, Verfolgungs-Weltmeister von 2015, noch Schempp, Massenstart-Weltmeister von 2017, in der Lage, mit den Peiffers, Bös oder Fourcades auch nur ansatzweise mitzuhalten. "Das gibt einem schon zu denken, da bin ich schon einer, der sehr ins Grübeln kommt", hatte Schempp bereits vor den Rennen in Oberhof eingeräumt. Nach einem indiskutablen 43. Platz im Sprint und Rang 27 im Massenstart (bei 30 Teilnehmern) reagierte Bundestrainer Mark Kirchner nun.

Lesser (Frankenhain), der schon vor Oberhof aus dem Weltcup-Aufgebot gestrichen wurde, verpasste derweil im IBU-Cup als Siebter und Elfter die von Kirchner geforderten Spitzenplatzierungen. Er sei momentan nicht "in der Verfassung, die ich mir wünsche", meinte er lapidar. Auch in Ruhpolding fehlt er deshalb im Aufgebot und muss sich weiter über den IBU-Cup empfehlen.

Für die WM-Teilnahme müsste Lesser jedoch im Weltcup noch eine Top-8- oder zwei Top-15-Platzierungen liefern. Die Zeit läuft ihm davon, zumal nach Ruhpolding nur noch zwei Einzelrennen in Pokljuka/Slowenien (23. bis 26. Januar) auf dem Programm stehen. "Es wird nicht leicht", sagte Kirchner zuletzt schon.

Schempp, der 2018 in Pyeongchang Olympia-Silber im Massenstart gewonnen hatte, erfüllte vor Weihnachten in Le Grand Bornand als Zehnter in der Verfolgung immerhin Teil eins der WM-Norm und hoffte da noch auf Besserung. Doch in Oberhof folgte der nächste Rückschlag. Es dürfe, sagte er konsterniert, "definitiv noch deutlich aufwärts gehen".

In der Vorsaison hatte Schempp ebenfalls nach den Rennen in Oberhof erschöpft die Reißleine gezogen und war im Sommer nach einer Trainings- und Wettkampfpause verheißungsvoll zurückgekehrt. "Ich habe eigentlich gedacht, dass ich schon auf einem guten Weg bin", sagte Schempp, "aber ich habe es definitiv nicht in den Winter rübergebracht". (sid)