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Weihnachten

Wie Sie für jeden das richtige Geschenk finden 

SZ-Kolumnist Robert Körner hat einen typgerechten Geschenkekompass erstellt, der bei der treffsicheren Wahl hilft.

Das richtige Geschenk zu finden ist vor allem bei bei Menschen, die man noch nicht näher kennt, eher Last als Freude. Die Psychologie kann dabei zumindest Hilfestellungen geben. © 123rf

Von Robert Körner

Jedes Jahr das gleiche Problem: Was soll ich nur schenken? Die teils hektisch gefundene Antwort ist ein risikoreicher Balanceakt zwischen Volltreffer und Niete. Ein typbezogener Geschenkekompass kann bei der Orientierung helfen:

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Die erste Frage dabei lautet, ob der Beschenkte ein extro- oder introvertierter Mensch ist. Erstere sind proaktiv, kommen schnell ins Gespräch, gelten als gute Redner und haben große Ziele. Sie sind impulsgesteuert. Die Introvertierten hingegen brauchen Zeit, um Situationen einzuschätzen, sind perfekte Zuhörer, zurückhaltend und vermeiden Rummel um ihre Person.

Die nächste Frage ist: Wie trifft mein Beschenkter eine Entscheidung? Zum einen spricht man von sachbezogenen Menschen, bei denen Zahlen, Daten und Fakten im Vordergrund stehen. Müssen sie einen Entschluss fassen, dann ist dieser orientiert an Werten wie Wahrhaftigkeit und Gerechtigkeit. Auf der anderen Seite finden sich die personenbezogenen Entscheider. Für sie sind persönliche Werte wie Menschlichkeit und Individualität wichtig. Man sagt ihnen viel Empathie nach.

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Aus diesen zwei Ebenen entstehen vier verschiedene Energiefelder. Die charakteristische Hauptprägung ist sehr stabil, wobei jeder über alle vier Typenfelder verfügt, die je nach Situation und Rollenverhalten zum Einsatz kommen. Ein Typus tritt jedoch am häufigsten zum Vorschein. Es wird dabei nicht zwischen gut oder schlecht unterschieden, sondern in „das bin ich eher“ und „das bin ich eher nicht“.

© SZ-Grafik

Typ Löwe

Die extrovertierten Sachentscheider nenne ich Löwen. Denn sie streben danach, Großes zu erreichen, was sich darin spiegelt, dass sie sich in einem steten Wettkampf sehen. Sie tragen daher auch den Glaubenssatz in sich, sich ständig durchsetzen zu müssen. Jene Überzeugung lässt sie dominant und zielgerichtet auf der einen und ungeduldig sowie schroff auf der anderen Seite wirken. Besonderes Merkmal ist ihre große Durchsetzungskraft. Arbeiten sollten sie vor allem am Mitgefühl für andere – hier wirken sie oftmals zu kühl.

Geschenketipp: 

Wenn man einen Löwen beschenkt, dann lässt sich getrost seine Schwäche für Statussymbole nutzen. Hochwertiger Schmuck oder eine exklusive Designerhandtasche treffen daher ins Schwarze bei einer Löwin. Die männlichen Vertreter erreicht man mit einer teuren Uhr oder hochwertigen Accessoires wie Krawatten oder Markenhemden. Egal ob Männlein oder Weiblein: Löwen mögen exklusive Events wie Bälle oder Dinner. Vielleicht laden sie Ihren Herzlöwen dazu ein?

Typ Schildkröte

Ganz anders geartet sind die introvertierten Sachentscheider. Ich bezeichne sie liebevoll als Schildkröten, denn sie sind an vielen Dingen emotional nicht beteiligt. Jene findet man in klassischen technischen Berufen wieder oder dort, wo es sich um Zahlen und Fakten dreht. Schildkröten arbeiten nämlich gern fachlich präzise. Sie sind auf ihrem Gebiet eine Koryphäe, wenngleich sie sich gern darin verlieren. Kritik üben die Schildis – ganz im Gegensatz zu den Löwen – eher selten. Sollten Sie allerdings einer Kröte fachlich falsch begegnen, werden Sie in der Luft zerrissen. Schildkröten lieben die Ordnung. Sie sind faktentreu, distanziert und ausgestattet mit der Emotionalität eines Eisberges. Vorzug ist ihr Durchhaltevermögen: Stundenlang können sie akribisch und detailverliebt an einer Sache arbeiten. Entscheidungsfreude ist aber nicht ihr Ding. Hier könnten sie noch an sich arbeiten.

Geschenketipp: 

Eine Schildi zu beschenken ist relativ einfach, wenn Sie ihr Hobby kennen. Introvertierte Sachentscheider sind oftmals leidenschaftliche Sammler oder technikaffine Bastler. Entsprechend wäre Fachliteratur, ein neues Stück für die Sammlung, oder aber ein technisches Gerät zu empfehlen. Bei letzteren sollten Sie sich allerdings sehr sicher sein. Denn kauft sich eine Schildkröte neue Elektronik, dann weiß sie bestens Bescheid über das Produkt. Im Vorfeld wurden nämlich bereits alle verfügbaren Produktinformationen eingeholt und Testberichte verglichen.

Typ Hase

Der introvertiert personenbezogene Entscheider ist ähnlich zurückhaltend wie die Schildkröte, kommt aber meistens dann zum Zug, wenn es zwischenmenschlich kracht. Weniger unmittelbar und im Vordergrund agierend versucht der Hase, die Wogen im Hintergrund zu glätten. Er führt Gespräche und vermittelt. Hasen haben das Herz am richtigen Fleck. Sie sind sehr harmoniebedürftig und reden gern über zwischenmenschliche Themen, weswegen sie auch keinen Psychotest in Magazinen auslassen können. Im Freundeskreis wachsen sie indes zum emotionalen Müllschlucker heran, bei denen sich jeder nach Herzenslust auskotzen kann, wenn es ihm schlecht geht – letztlich hat der Hase nämlich immer eines: Verständnis!

Hasen wirken gelassen und mitfühlend. Sie wissen durch ihren ausgeprägten Bedürfnisradar sehr genau, was in anderen vor sich geht, intervenieren aber nicht impulsartig bei Störungen. Manchmal hören sie allerdings zu genau hin und damit auch das Gras wachsen.

Geschenketipp: 

Sollten Sie einen Hasen beschenken wollen, dann achten Sie auf seine Leitmotive: Hasen tanken Kraft in Ihrem engsten Umfeld. Gemeinsame Unternehmungen mit der Familie oder den besten Freunden sind für sie der emotionale Anker. Planen Sie zum Beispiel einen Zeltausflug, eine gemeinsame Wanderung oder Dampfschifffahrt über die Elbe. Sollte das nicht in Betracht kommen, dann sind Romane Katalysatoren der Entspannung. Thriller, Krimis oder Fantasy-Bücher lassen den Hasen abtauchen in andere Welten. Zuletzt gibt es keine schönere Überraschung, als Ihre Wertschätzung durch etwas Selbstgebasteltes zu repräsentieren. Ein individueller Fotokalender, etwas Geschnitztes oder Gemaltes sind Volltreffer in des Hasen Herz.

Typ Papagei

Der extrovertierte personenbezogene Entscheider ist ein schräger Vogel. Seinen Akku lädt er dadurch auf, dass er andere zum Lachen bringt. Er sieht sich selbst als den Mittelpunkt des Geschehens, wobei sein Leben eine permanente Bühne für ihn darstellt. Die Klamaukkarriere begann im Kindesalter in der Rolle des Klassenkaspers. Später fand er sich in der schuleigenen Theater-AG wieder, um schließlich sein Glück als Selbstständiger zu finden. Der innere Kompass ist extrovertiert und personenbezogen ausgerichtet. Diese Typen bezeichne ich als Papageien. Flexibel in ihrer Art und auffällig im Habitus versprühen diese Menschen ihr positives Charisma. Thematisch sind sie auf jedem Feld bewandert – oberflächlich zumindest. Ihr Können liegt im Einfangen und Motivieren anderer. Sie wirken einerseits lebhaft und fröhlich, können andererseits aber auch egoistisch und desinteressiert auftreten, wenn sie nicht im sozialen Fokus stehen. Besondere Vorzüge bietet ihre flexible Herangehensweise an spontan auftretende Probleme, ihre mitreißende Art und die Lösungsorientierung. Jagen können Sie den Papageien indes mit monotoner Detailarbeit – gerade zahlenaffine Tätigkeiten, wie das Verfassen der Steuererklärung, schiebt der schrille Vogel gern auf.

Geschenketipp: 

Sie erreichen den Papagei durch gemeinsame Events. Es dürfen gern Konzertkarten oder etwas ausgefallener auch ein Fallschirmsprung geschenkt werden. Ansonsten sind auch Accessoires, die sein Flexibilitäts- und Individualitätsmotiv antriggern, eine gelungene Variante. Hier sind Fitnesstracker, das neueste Handy oder auffällige Socken in quietschbunten Mustern der letzte Papageienschrei.

Fazit:

Es lohnt sich vorab, den Kreis der zu Beschenkenden zu profilen. Beachten Sie dabei, dass der Großteil allerdings Mischtypen sind. Die klassischen Protagonisten sind eher die Ausnahme. Bei der Suche nach dem passenden Geschenk wünsche ich Ihnen jedenfalls maximale Erfolge. Und egal, ob Löwe, Schildkröte, Hase oder Papagei – das Wichtigste ist in meinen Augen, dass es von Herzen kommt!

Robert Körner ist Kommunikationscoach aus Pirna und schreibt für die SZ die Kolumne Mimik.Macht.Meinung.