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Döbeln

Schichtbus nach Leipzig gefordert

Veronika Bellmann hat Kontakt zum Beiersdorf-Vorstand aufgenommen. Nach Schließung des Werks in Waldheim sollten die Mitarbeiter entlastet werden.

Schwer zumutbar ist eine Fahrzeit von 60 Minuten zur Arbeit: Bundestagsabgeordnete Veronika Bellmann.
Schwer zumutbar ist eine Fahrzeit von 60 Minuten zur Arbeit: Bundestagsabgeordnete Veronika Bellmann. © André Braun

Döbeln. Nach Bekanntwerden der Pläne der Beiersdorf AG in der vergangenen Woche, das Werk in Waldheim schließen zu wollen, fordert die Bundestagsabgeordnete Veronika Bellmann (CDU) den Konzern auf, die Standortschließung sozialverträglich zu kompensieren. Sie habe deswegen mit dem Vorstand der Beiersdorf AG Kontakt aufgenommen und vorgeschlagen, dreimal täglich einen Schichtbus für die Mitarbeiter aus Waldheim zum neuen Werk nach Leipzig fahren zu lassen.

Das Nutzen der öffentlichen Verkehrsmittel sei bei dreimaligem Umsteigen und Fahrzeiten von zweieinhalb Stunden nicht akzeptabel. Mit dem Auto seien es etwa 60 Minuten Fahrzeit. „Abgesehen von der ökologischen Belastung ist auch eine solche Fahrzeit vor und nach einer kräfteraubenden Arbeitsschicht zwar arbeitsrechtlich gestattet, aber schwer zumutbar“, so Bellmann. 

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Der Schichtbus wäre für die Mitarbeiter eine ökologische und günstige Variante. Aus dem Vorstand der Beiersdorf AG gebe es eine erste Rückmeldung. „Daraufhin habe ich angeboten, selbst nach Hamburg zu reisen, um im Interesse meines Wahlkreises vorzusprechen.“

Die Produktionsverlagerung sei unternehmerisch nachvollziehbar. „Da bin ich noch Betriebswirtschaftlerin genug, um das Argument der Wettbewerbsfähigkeit richtig bewerten zu können“, sagte Bellmann. Dass Standort und Arbeitsplätze in Sachsen bleiben, sei zwar gut für den Freistaat, dennoch bleibe die Verlagerung ein Einschnitt für die Stadt und die Region.

Die Schließung des Werkes in Waldheim bezeichnete Bellmann als einen „Aderlass für den ländlichen Raum“. Wegzüge aus Waldheim seien programmiert. Dann blieben der Kommune außer einer Industriebache noch nicht einmal die Einnahmen aus der Lohnsteuer, die Schlüsselzuweisungen pro Einwohner als Ersatz für den Wegfall der Gewerbesteuer, abgesehen vom gesellschaftlichen Schaden, den der Wegzug von Leistungsträgern sowie jungen Leuten und Familien für Kitas, Schulen und die Stadtgesellschaft Waldheims insgesamt bedeuten würde.

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