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Schillerbrücken-Bau nicht vor 2018

Allein aus Termingründen ist ein Baubeginn im kommenden Jahr nicht wahrscheinlich. Auch der Streit um ein Grundstück bremst.

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© André Braun

Von Jens Hoyer

Döbeln. Vor zwei Jahren hatte der Döbelner Anzeiger seine Leser befragt, welches Großprojekt sie für das wichtigste halten. Die Antwort war eindeutig: Der Bau der Muldenbrücke an der Schillerstraße. Damals war man bei der Stadtverwaltung noch von einem Baubeginn im Jahr 2015 ausgegangen. Ein Jahr später ist man dort verhalten optimistisch. Vor 2018 ist mit einem Baubeginn nicht zu rechnen, sagte Baudezernent Thomas Hanns. Selbst, wenn man schneller wollte – die Terminkette lässt einen früheren Start nicht zu.

Im März dieses Jahres war der vorerst letzte Beschluss zur Brücke Schillerstraße gefasst worden. Der Stadtrat beauftragte ein Büro mit den weitergehenden Planungen, um Fördermittel beantragen zu können. Diese Planungen werden voraussichtlich Ende dieses Jahres abgeschlossen sein, sagte Thomas Hanns. Unter anderem musste ein Baugrundgutachten erarbeitet werden. Voraussichtlich Anfang des neuen Jahres können die Fördermittel beim Freistaat beantragt werden.

Auch wenn es einen positiven Bescheid gibt und die Finanzierung gesichert ist, kann es noch nicht losgehen. Die Klage des Eigentümers einer der benötigten Flächen schwebt immer noch im Raum. Er geht gegen den Planfeststellungsbeschluss der Landesdirektion Sachsen (LDS) vor dem Verwaltungsgericht Chemnitz vor. Eine Einigung habe bisher erzielt werden können, sagte die stellvertretende Pressesprecherin des LDS Jana Klein auf Anfrage. Auch einen Termin für eine mündliche Verhandlung vor dem Verwaltungsgericht gebe es noch nicht.

Dieser Umstand hält die Stadtverwaltung zwar nicht auf, verzögert aber den Ablauf. Um in den Besitz der benötigten Muldenwiese zu kommen, müsste ein sogenannten Besitzeinweisungsverfahren bei der Landesdirektion beantragt werden, sagte Hanns. Wenn die Stadt dann über die Fläche verfügen kann, ist noch eine Ausschreibung des Brückenbauvorhabens nötig.

Die Stadt rechnete bisher mit Gesamtkosten von rund 4,3 Millionen Euro. Ob die Summe zu halten ist, kann Hanns noch nicht sagen. „Uns liegen noch keine Kostenberechnungen vor“, sagte er. Dass es zwischen ersten Schätzungen und genaueren Berechnungen große Unterschiede geben kann, hatte die Verwaltung erst in diesem Jahr bei der geplanten Sporthalle in Döbeln Nord gemerkt. Dort waren die Kosten um etwa ein Viertel gestiegen.

Dass der Stadt Geld für den Brückenbau zur Verfügung gestellt wird, hatte die Landesregierung schon im vorigen Jahr bestätigt. Nach den neusten Förderrichtlinien könnten es sogar bis zu 90 Prozent der Gesamtsumme sein.

Die Diskussion um die Anbindung der Brücke auf der Ostseite der Mulde ist nie verstummt. Ein Beschluss des Stadtrates dazu schwebt immer noch im Raum. Stadträte mehrerer Fraktionen hatten den Antrag gestellt, die Möglichkeit einer Anbindungsstraße durch die ehemalige Sandgrube zur Dresdner Straße zumindest von Fachleuten untersuchen zu lassen. Im September war dieser Antrag noch nicht bestätigt worden. Die Abstimmung sollte aber wiederholt werden.