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Schimpfen über illegalen Müll

Achtlos weggeworfener Abfall sorgt in Waldheim immer wieder für Ärger. Auf Facebook äußern die Nutzer ihren Unmut.

© Dietmar Thomas

Von Andreas Neubrand

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Waldheim. Ein Dauerbrenner kocht wieder hoch: achtlos weggeworfener Müll auf Waldheims Grünflächen und Parkanlagen. Auf Facebook häufen sich die Nachrichten empörter Bürger. Und es sieht wahrlich nicht schön aus, was unter anderem auf dem ehemaligen Spielplatz an der Breitscheidstraße sehen ist. Auf dem Gelände, auf dem ein Pflegeheim gebaut wird, liegt Unrat. Und am Aufgang zur Bahnhofstraße Richtung Am Zänker liegen Glasscherben, leere Schnapsflaschen und anderer Müll. Hinzu komme der viele Hundekot auf den Spielplätzen der Stadt, so die Beschwerden in den sozialen Medien. Die meisten Bürger stört dabei, dass der Müll das Stadtbild verschandle. Einige wiesen aber auch auf die gestiegene Gefährdung der Öffentlichkeit durch den Müll hin. Manch eine Mutter gehe mit ihren Kindern nicht mehr in Parks, weil dort zuviel Hundekot liege.

Viele sehen die Stadt in der Verantwortung. Beim Bauhof konnte auf DA-Nachfrage niemand dazu Stellung nehmen und verwies auf den Bürgermeister Steffen Ernst (FDP). Doch dieser war nicht zu erreichen. Lediglich die Ordnungs- und Bauverwaltung war zu einer kurzen Stellungnahme bereit.

„Wir kümmern uns darum“, so Michael Wittig, Fachbereisleiter von der Ordnungs- und Bauverwaltung. „Generell inspizieren wir alle Spielplätze in der Stadt – im Sommer etwas mehr und im Winter etwas weniger. Unsere sogenannte Papierkorbroute.“ Warum das Thema wieder so populär ist, dafür hat er eine Erklärung: „Es ist richtig, dass seit 14 Tagen mehr Müll auf den Straßen liegt, als es gewöhnlich sein sollte. Aber das lag nicht an uns, das lag an dem Orkan Friederike. Zum einen hat es in der Zeit viele Papierkörbe und Mülleimer umgeweht und den Müll verteilt.“ Außerdem sei nach dem Sturm jeder Mitarbeit mit dem Aufräumen der Sturmschäden beschäftigt gewesen. Da sei das Tagesgeschäft schon einmal liegengeblieben. „Das Saubermachen nach Friederike hat die Abfallbeseitigung erheblich verzögert“, gibt Wittig zu.

Doch ob die Stadt der Plage Herr wird, ist mehr als fraglich, wie die Vergangenheit lehrt. Waldheim bietet zu viele abgelegene Stellen, an denen sowohl Bürger als auch Fremde ihren Müll relativ gefahrlos abladen können. Oft handelte es sich dabei nicht nur um achtlos weggeworfene Flaschen oder Ähnliches, sondern auch um Hausmüll und andere Abfälle. Dabei sind teilweise fast schon kleine Müllkippen entstanden.

Dabei ist illegale Müllentsorgung bei Leibe kein Kavaliersdelikt, sondern eine Ordnungswidrigkeit. Laut Bußgeldkatalog der Sächsischen Umweltverordnung können schon ein paar weggeworfene Zigaretten bis zu 40 Euro kosten. Größere Mengen hingegen können schnell mit über tausend Euro zu Buche schlagen, so die Landespolizei Sachsen. (DA/sol)