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Schlachthof-Planer macht Besitzer verantwortlich

Hans-Friedrich Bültmann hält seine Quartiers-Ideen in Görlitz weiter für umsetzbar. Doch dazu müsste der Eigentümer Geld investieren.

© Pawel Sosnowski/80studio.net

Von Ingo Kramer

Hans-Friedrich Bültmann hat den Görlitzer Schlachthof noch nicht aufgegeben: „All meine Pläne lassen sich nach wie vor umsetzen.“ Der 69-jährige Sozialplaner und unabhängige Projektentwickler ist Geschäftsführer im Institut für Kommunal- und Umweltplanung (IKU). Den Schlachthof würde er gern als Quartier zum Wohnen und Arbeiten umbauen. In nächster Nähe soll es alles geben: Wohnungen, Büros, Werkstätten, einen Tante-Emma-Laden, ein Restaurant, einen Festsaal, ein Gesundheitszentrum – und sogar einen landwirtschaftlichen Betrieb, der den Laden und das Restaurant beliefert. Eine Schallschutzwand soll für Ruhe, Solarthermie für Wärme, ein Brunnen und ein Regenwasserrückhalt für Wasser sorgen.

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Aus seiner Heimatstadt Bielefeld bringt Bültmann zahlreiche Erfahrungen bei der erfolgreichen Entwicklung von Quartieren mit. In Görlitz hatte er im Auftrag von Schlachthof-Eigentümer Franz-Josef Gausepohl einen Masterplan und eine Bauvoranfrage erstellt. Bis zu diesem Punkt sei er von Gausepohl bezahlt worden. „Danach haben wir, auf eigene Rechnung, das Büro und das gesamte Vermarktungssystem betrieben und hierfür etwa 100 000 Euro aus eigenen Mitteln finanziert“, sagt er. Hintergrund sei der Vertrag mit Gausepohl, nach dem das IKU beim Verkauf von Flächen ein Erfolgshonorar erhält.

Der Erfolg hätte sich fast eingestellt: „Wir haben mehrere konkrete Kaufinteressenten gewonnen, die dann aber alle abgesagt haben, weil das Gelände vom Eigentümer nicht aufgeräumt und die Dächer nicht gesichert wurden.“ Bültmann will, dass Gausepohl dafür Geld in die Hand nimmt. Dann würde es auch weitergehen. Gausepohl will sich zu dieser Darstellung auf SZ-Nachfrage nicht äußern: „Ich habe kein Interesse an einer Schlammschlacht.“

Für Bültmann ist das Anlass zu einem neuen Vorschlag: „Der Grundstückseigentümer sitzt alles aus und kommt dadurch keinen Millimeter weiter. Um ihr Projekt Brautwiesenbogen starten zu können, sollte die Stadt das Gelände aufkaufen.“ Das wird die Stadt nicht tun, entgegnet Bürgermeister Michael Wieler: „Ich finde das Projekt wunderbar, aber in Görlitz ist es wahrscheinlich wirtschaftlich nicht umsetzbar.“ Die Stadt wird aus drei Gründen nicht kaufen: „Wir haben zu wenig Geld für noch ein weiteres Projekt, es ist nicht unsere Aufgabe, wirtschaftliche Dinge zu entwickeln, und es gibt auch keinen dringenden Bedarf.“ Weder Wohnraum noch Gewerbeflächen seien in Görlitz Mangelware.

Bültmann will den Schlachthof trotzdem nicht ad acta legen. Demnächst sei er wieder in Görlitz, um mit den Stadtwerken über das Energiekonzept zu sprechen. Am Ende werde seine Idee auch in Görlitz funktionieren, weil er keinen Zeitdruck habe.