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Schlag gegen die zweite Reihe der Gruppe Freital

Ermittler haben neun Wohnungen in Sachsen, Bayern und Niedersachsen durchsucht. Der Verdacht: Unterstützung der rechten Terroristen.

© SZ/Archiv

Von Andrea Schawe

Schon im Prozess wurde deutlich: Die sogenannte Gruppe Freital hatte weitere Unterstützer und Helfer. Am Mittwoch haben Terrorismus-Ermittler des Landeskriminalamtes Sachsen und der Generalstaatsanwaltschaft Dresden sieben Wohnungen in Freital und Umgebung, eine in Unterhaching bei München und eine im niedersächsischen Tostedt durchsucht. Die Dresdner Generalstaatsanwaltschaft hat die Ermittlungen im vergangenen Jahr von der Bundesanwaltschaft übernommen, heißt es.

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Die Razzia richtete sich gegen zehn weitere mutmaßliche Mitglieder und Unterstützer der Gruppe, sagte ein Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft Dresden. Die sieben Männer und drei Frauen zwischen 19 und 53 Jahren seien „in unterschiedlicher Zusammensetzung und Begehungsweise“ an den Taten der rechtsterroristischen Vereinigung beteiligt gewesen.

Das Oberlandesgericht Dresden hatte vor drei Wochen acht Mitglieder der Gruppe Freital unter anderem wegen Bildung einer terroristischen Vereinigung, des Herbeiführens von Sprengstoffexplosionen und versuchten Mordes zu Haftstrafen zwischen vier und zehn Jahren verurteilt. Sie hatten 2015 zwei Flüchtlingswohnungen in Freital, ein Parteibüro der Linken und das Auto eines Linke-Stadtrats sowie ein alternatives Wohnprojekt in Dresden angegriffen. Sechs Gruppenmitglieder legten Revision gegen das Urteil ein.

Ermittelt wird unter anderem gegen drei Lebensgefährtinnen der verurteilten Angeklagten. Die 19-jährige Miriam K. soll die Gruppe mitgegründet haben. Sie wird auch verdächtigt, bei mehreren Taten beteiligt gewesen zu sein. Ihr wirft die Generalstaatsanwaltschaft Beihilfe zum versuchten Mord, zum Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion sowie zur gefährlichen Körperverletzung und versuchten Brandstiftung vor. Die 29-jährige Stephanie F. soll die Gruppe unterstützt und Sachbeschädigung begangen haben. Der Angeklagte Philipp W. hatte sie per Brief aus der Untersuchungshaft zu seiner Verlobten gemacht, um ihr ein Zeugnisverweigerungsrecht zu verschaffen. Auch der 53-jährigen Simone S. wird vorgeworfen, die Gruppe unterstützt zu haben.

Sebastian S. (24) soll seit Juli 2015 Mitglied in der rechtsterroristischen Vereinigung gewesen sein. Gegen ihn und Ferenc A. (29) wird ermittelt, weil sie an dem Anschlag auf das Auto des Linke-Stadtrats beteiligt gewesen sein sollen. Der Freitaler NPD-Stadtrat Dirk Abraham steht unter dem Verdacht der Beihilfe zum Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion und zur Sachbeschädigung.

Auch die Wohnung von Torsten L. wurde durchsucht. Der 48-Jährige hatte die Ermittler nach dem Anschlag auf das alternative Wohnprojekt in Dresden im Oktober 2015 auf die Spur der Gruppe Freital gebracht. Torsten L. wurde im April 2016 auch zu einer Bewährungsstrafe verurteilt, weil er zusammen mit Timo S., einem der Rädelsführer, nach einer Demo in Freital Pro-Asyl-Aktivisten angegriffen hatte.

Axel G. (29), der 31-jährige Sandro M. und Daniel A. (26) werden verdächtigt, die rechtsterroristische Vereinigung unterstützt zu haben. A. soll außerdem geplante Straftaten nicht angezeigt haben.

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Neun weitere Personen sollen an den Anschlägen der rechtsterroristischen Vereinigung beteiligt gewesen sein. Eine Anklage gibt es gegen sie aber noch nicht.

Bei den Durchsuchungen wurden unter anderem zahlreiche Smartphones, Festplatten und USB-Sticks sichergestellt. Außerdem fanden die Ermittler neben vier Hakenkreuzfahnen auch diverse Waffen wie Schlagringe, eine Schreckschusswaffe mit Munition und mehrere Messer.