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Schlagerstar rockt die Residenz

Frank Schöbel singt beim Sommerfest der Volkssolidarität. Das Publikum vergisst das Alter und fliegt zurück in Jugendjahre.

© Sebastian Schultz

Von Kevin Schwarzbach

Glaubitz. Eigentlich ist es viel zu heiß. Das Thermometer zeigt 27 Grad Celsius, immerhin ein paar Wolken bedecken den Himmel. Die Menge im Festzelt auf der Schlossresidenz Glaubitz ist trotzdem „Außer Rand und Band“. So heißt das Lied, zu dem die überwiegend älteren Damen und Herren munter auf ihren Bierbänken schunkeln. Frank Schöbel höchstpersönlich steht auf der Bühne und unterhält die Menge. „Genießen wir unseren Tag und das Leben“, tönt er ins Mikrofon. „Auch wenn wie immer vor allem über 70-jährige gekommen sind.“

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Der Entertainer weiß, wie das mit dem Alter ist. Im Dezember wird er 76. Was ihn jedoch keineswegs davon abhält, in Glaubitz voller Leidenschaft seine alten und neuen Hits zum Besten zu geben. Die rund 600 Zuschauer wissen es zu schätzen. Mal springt eine ältere Dame von der Bank und tanzt zwischen den Reihen, mal bittet ein älterer Herr seine Frau zum Tanz. Die Musik lässt bei den Zuhörern Erinnerungen an Jugendzeiten wach werden. Da kann man sein fortgeschrittenes Alter schon mal vergessen.

„Es ist uns unheimlich wichtig, auch den Bewohnern der Pflegeeinrichtung die Chance zu geben, das Fest mitzuerleben“, sagt Peter Noack, Mitglied im Vorstand der Volkssolidarität Riesa-Großenhain. „Deswegen findet die Veranstaltung hier statt, wo es die Bewohner der Schlossresidenz nicht weit haben.“ Für die Bewohner der Seniorenresidenz in Merschwitz wird ein Fahrservice bereitgestellt.

Alle zwei Jahre organisiert die Volkssolidarität Riesa-Großenhain das Sommerfest. Bei der letzten Auflage stand Olaf Berger als Stargast auf der Bühne. Dieses Mal Frank Schöbel. Wie kommt man nur an diese großen Namen? „Erstaunlicherweise konnten wir bisher alle Namen, die uns in den letzten Jahren bei der Planung als Idee in den Kopf kamen, am Ende auch zu unserem Fest holen“, berichtet Noack.

Das Fest an sich sieht in diesem Jahr etwas anders aus als bei den Auflagen zuvor. Das Zelt fällt deutlich größer aus, die Attraktionen für Kinder sind verschwunden. Ansonsten schmücken vor allem Getränkewagen und Essenshütten das Gelände. „Zum Auftritt von Olaf Berger vor zwei Jahren hatten wir hier 500 Gäste, und das Zelt platzte aus allen Nähten“, sagt Peter Noack. „Da wir dieses Jahr mit noch etwas mehr Leuten kalkulierten, musste ein größeres Zelt her.“ Die Abschaffung der Kinderspiele führt Noack auf das Publikum zurück. „Überwiegend sind es ja dann doch ältere Leute, die unser Sommerfest besuchen. Außerdem sind momentan Ferien und ohnehin viele Familien verreist.“

Dankbar ist das Organisationsteam vor allem den freiwilligen Helfern, die weit über die eigentliche Veranstaltung hinaus an ihrem Gelingen beitragen. „Für den Aufbau des Zeltes beispielsweise brauchten wir insgesamt zehn Leute. Die müssen natürlich auch erst einmal zusammenkommen“, sagt Noack. Frank Schöbel hat auch dafür ein passendes Lied parat. „Freunde gibt es überall.“ Es schunkelt wieder.