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Schlangenfund im sechsten Stock

Wohnungsbesitzer entdecken das herrenlose Tier hinter einer Schrankwand. Wie es dorthin kam, gibt Rätsel auf.

Von Stefan Lehmann

Riesa. Eine etwa 90 Zentimeter lange Schlange hat am Mittwochabend in Riesa einen ungewöhnlichen Rettungseinsatz ausgelöst. Kurz nach 20 Uhr entdeckten Anwohner der Bahnhofstraße das Tier in ihrer Wohnung und riefen die Feuerwehr. Die lockte das Tier zunächst hervor, nachdem es sich hinter einer Schrankwand versteckt hatte. Mithilfe der Leitstelle in Dresden bestimmten die Kameraden das Tier. „Es handelte sich um eine ungiftige Königsnatter“, so der stellvertretende Wehrleiter Dieter Böcke. Die auffällig gebänderten Schlangen sind ursprünglich in Nord- und Mittelamerika beheimatet, werden in Europa aber wegen ihrer farbenfrohen Schuppen gern als Haustiere gehalten.

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Die Schlange ist nun vorerst im Riesaer Tierpark untergebracht. Wie sie überhaupt in den sechsten Stock des Wohnhauses gekommen ist, ist unklar. Königsnattern könnten zwar ein wenig klettern, sagt Tierpark-Chef Gerhard Herrmann. Trotzdem sei der Fundort ungewöhnlich, denn die verschiedenen Arten dieser Gattung seien eigentlich eher Bodenbewohner. Vor fünf Jahren war schon einmal eine Königsnatter in der Bahnhofstraße aufgetaucht: in einem Hauseingang, nicht weit vom jetzigen Fundort entfernt.

Es gebe immer wieder Leute, die Haustiere aus den verschiedensten Gründen aussetzen, sagt Gerhard Herrmann. Das jetzt gefundene Tier sei zumindest dem ersten Eindruck nach wohlauf und weist noch eine Besonderheit auf: Es handle sich um einen Albino, der rot und orange gemustert sei. Wie es für die Schlange weitergeht, ist unklar. Der Tierpark-Chef hält es für eher unwahrscheinlich, dass sich der Besitzer meldet, denn auf ihn werde wohl einiges an Kosten zukommen. Auf Dauer kann sie jedenfalls nicht im Tierpark bleiben. Der ist für eine längerfristige Schlangenhaltung nicht ausgerüstet.