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Schlechtes Jahr für die Aroniabeere

Durch die Hitze wurden 44 Prozent weniger geerntet. Auch bei anderen Beeren gab es Einbußen.

Aroniabeeren werden zum größten Teil für die Saftherstellung verwendet. ©  dpa

Coswig. Die lang anhaltende Trockenheit 2018 führte in Sachsen auch in der Strauchbeerenerzeugung zu erheblichen Ertragseinbußen. Trotz einer um 14 auf 382 Hektar erweiterten Anbaufläche wurden mit 812 Tonnen im Vergleich zum Vorjahr 166 Tonnen (17 Prozent) dieser Früchte weniger geerntet. Das teilt das Statistische Landesamt in Kamenz mit. 

Besonders betroffen war darunter die Aroniabeere mit einem Ertragsrückgang um 44 Prozent auf eine durchschnittliche Erntemenge von 13 Dezitonnen je Hektar. Brandenburg und Sachsen waren im vergangenen Jahr mit einem Flächenanteil von jeweils 22 Prozent die größten Aroniaanbauer in Deutschland.

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In Sachsen bauen 48 landwirtschaftliche Betriebe auf 382 Hektar Strauchbeeren an. Das Zentrum des sächsischen Strauchbeerenanbaus befindet sich mit 224 Hektar (59 Prozent) im Landkreis Meißen. 

Die Aronia ist darunter mit einem Anbauumfang von 186 Hektar die wichtigste Strauchbeere. Sie wächst auf der Hälfte der sächsischen Strauchbeerenfläche. Weitere bedeutende Arten sind weiße, rote und schwarze Johannisbeeren mit 110 Hektar und Kulturheidelbeeren mit 29 Hektar. Auf rund 83 Prozent der Anbaufläche erfolgt die Erzeugung vollständig ökologisch.

Bei Bioobstbau Görnitz mussten die Aroniabeeren 2018 so zeitig wie noch nie von den Sträuchern geholt werden. Normalerweise sind die Beeren Mitte August bis Mitte September pflückreif. Doch die Erntemaschinen kamen im vergangenen Jahr schon Ende Juli zum Einsatz.

Auf dem 30 Hektar großen Aroniafeld in Ockrilla gab es einen Totalausfall, sagte Michael Görnitz zum Erntebeginn. Die Coswiger Aroniaanlage wurde bewässert. Der Familienbetrieb hat allein in den letzten Jahren viel Geld Bewässerungssysteme gesteckt. Das machte sich besonders 2018 bezahlt.

 Eine Million Liter Wasser pro Tag wurden auf den Feldern verteilt. Allein das 63 Hektar große Aronia-Anbaugebiet schluckt reichlich Wasser. Michael Görnitz schätzte den Ernteertrag auf 250 bis 300 Tonnen. Damit wäre er sehr zufrieden, auch wenn es schon bessere Jahre gab.

Aroniabeeren werden seit den 70er-Jahren in Sachsen angebaut. Anfangs wurden die Farbstoffe zu natürlicher Lebensmittelfarbe verarbeitet. Seit 2010 werden die Beeren von Obstbau Görnitz hauptsächlich als Nahrungsmittel, vor allem für die Saftherstellung, verwendet. Die Coswiger Plantage ist nach den Demeter-Richtlinien zertifiziert. 

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