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Schleier-Vorfall beschäftigt Dresden

Eine verschleierte Frau bekam Probleme, als sie in einen Bus steigen wollte. Der RVD hat sich entschuldigt. Die Diskussion hält an, auch außerhalb der Stadt.

© Symbolfoto: dpa

Von Annechristin Bonß

Nach Berichten über die Diskriminierung einer verschleierten Frau in einem Dresdner Bus wird heftig über den Vorfall diskutiert. Das Thema bewegt seit Tagen viele Leser der SZ. Über 600 Kommentare kamen zum ersten Beitrag auf Facebook zusammen. Am Mittwoch gab es noch einmal über 200 Beiträge zum Folgeartikel.

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„Ich kann diese Aufregung nicht nachvollziehen. Andere Länder verbieten diese Komplettverschleierung aus guten und nachvollziehbaren Gründen“, schreibt etwa Roberto Flügel. „Wer eine Fahrkarte hat, sollte auch mitfahren können, solange er nicht volltrunken ist oder ähnliches. Sprengstoff passt auch in einen Rucksack oder unter eine Jacke. Das hat mit Verschleierung nichts zu tun“, schreibt Marika Stachan. „Klassisches Beispiel für Alltagsrassismus. Nicht mehr und nicht weniger“, ergänzt Robert Fischer. „Ich finde eine Vollverschleierung irgendwie befremdlich und komisch. Das ist allerdings nur mein Gefühl. Fakt ist, dass es kein Verbot für eine Vollverschleierung gibt“, schreibt Stricki Schönherr. „Der Busfahrer hat richtig gehandelt, denn er hat die Verantwortung für die Sicherheit aller Fahrgäste“, meint Thomas Faske.

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Mittlerweile interessieren sich für den Vorfall nicht nur Dresdner Medien. Die Online-Redaktionen der Wochenzeitschrift Stern sowie der überregionalen Tageszeitung Österreich berichteten ebenfalls. Die voll verschleierte Frau sowie zwei Frauen mit Kopftuch durften erst nach langen Diskussionen in den Bus der Linie 360 am Hauptbahnhof steigen. Am Dienstag entschuldigte sich der Regionalverkehr Dresden (RVD), der die Linie betreut. Mit dem Busfahrer gab es ein klärendes Gespräch, sagte Sprecher Volker Weidemann.