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Schlemmertage mit Eisbein

Wunderbarer Blick und deftige Küche laden in den Gasthof „Zur alten Linde“ in Minkwitz.

Maren Dietel und ihr Mann können sich beruflich gar nichts anders vorstellen, als für Gäste dazusein. Seit 1991 führen sie den Landgasthof „Zur alten Linde“ in Minkwitz. Während des Straßenbaus mussten sie schließen. Danach starteten die Dietels neu durch © Dietmar Thomas

Von Dagmar Doms-Berger

Minkwitz. Am Gasthof „Zur alten Linde“ an der Minkwitzer Straße zwischen Leisnig und Hartha steht sie noch, die Namensgeberin: eine alte Linde. „Ursprünglich waren es mal drei, die anderen beiden mussten gefällt werden“, sagt Maren Dietel. Sie ist die Gastwirtin der alten Linde. Zusammen mit ihrem Mann bewirtschaftet sie den Landgasthof seit 1991. Sie haben der Gaststätte auch ihren Namen gegeben. Weit vorher hieß die Gaststätte „Bellevue“ – „Schöne Aussicht“. „Das haben wir aber nicht gewusst“, sagt die 51-Jährige. Erst viel später haben ältere Gäste erzählt, dass es das Bellevue war. „Das hätte natürlich auch gepasst.“ Die Aussicht vom Gasthof ins weite Land ist herrlich. Wer auf dem anliegenden Radweg den Gasthof erreicht, genießt den Ausblick.

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In der Linde gibt es gutbürgerliche, zünftige Küche mit saisonalen Spezialitäten, die mit hauseigenen Rezepturen zubereitet werden. Darin steckt auch das Geheimnis, warum die Leute immer wiederkommen. „Mein Mann kocht gut“, sagt Maren Dietel. „Manche Gäste essen immer wieder dasselbe, weil es ihnen schmeckt.“ Kräuter, Tomaten und Salat kommen aus dem eigenen Garten frisch auf den Tisch. Den gesamten Bedarf können sie freilich nicht mir der eigenen Ernte abdecken. Frische Eier liefern die glücklichen Hühner vom familieneigenen Hof. Seniorenportionen oder eine andere Beilage, der Teller wird nach Wunsch zubereitet, das gehört zum Service des Hauses.

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Außerdem gibt es in der alten Linde die Schlemmertage mit besonderen Spezialitäten. So ist jeden Freitag Schnitzeltag. Dann ist das Schnitzel preiswerter als im normalen Betrieb. Das Gericht ist nach wie vor ein Renner bei den Gästen und wird gern bestellt.

Absolut beliebt sind die Eisbeintage. Zweimal im Jahr, im Frühjahr und Herbst, gibt es dann Eisbein – für die Nichteisbein-Esser stehen zwei weitere Gerichte zur Verfügung. Irgendwann habe es einmal eine Anfrage gegeben, ob wir nicht auch Eisbein anbieten könnten, sagt Maren Dietel. Seitdem sind die Eisbeintage fester Bestandteil im Gasthof. Einige Stammesser bestellen sofort wieder für das nächste Mal vor. Für den Schlemmertag müssen die Gäste reservieren. Die Idee kommt an. Das zeigte sich besonders beim Eisbeintag im vergangenen Herbst. „Wir hatten 130 Kilogramm Eisbein bestellt“, sagt die Gastwirtin. „Schaffen unsere Gäste nicht alles, kriegen sie den Rest mit nach Hause. Manche bringen schon ihre Tupperdosen mit – für den Fall der Fälle.“ Der nächste Eisbeintag ist am 17. März.

Am dritten Spezialitätentag gibt’s Schweinekrustenbraten. Auch der sei beliebt. Deshalb wird er an jedem ersten Sonntag im Monat serviert, vorzugsweise auf Reservierung. Beim Krustenbraten ist einmal nachholen im Preis inbegriffen.

In der Woche ist nicht so viel los in der Minkwitzer alten Linde, die Hauptgeschäftszeiten sind Freitag, Sonnabend und Sonntag. Dann finden auch Familienfeiern im großen Saal statt. Der bietet Platz für 70 Personen. Aber so viele Gäste in einer Gesellschaft sind selten. In der wärmeren Jahreszeit können die Gäste auch im Biergarten Platz nehmen.

Neustart nach Straßenbau

In der DDR wurde die Gaststätte als Konsumgaststätte betrieben. Bevor die Dietels das Haus 1991 kauften, stand es bereits eine Weile leer. Im Gastraum hängt eine große Wandtapete mit einer Ansicht des Gasthofes von 1899. Die haben die Inhaber nach einer alten Postkarte anfertigen lassen. „Aber das Gebäude muss viel älter sein. Vielleicht um 1800, aber auch das ist nur eine Schätzung, denn Unterlagen haben wir keine mehr“, sagt Maren Dietel.

Der Um- und Ausbau der Staatsstraße 36, an der sich die Gaststätte befindet, hatte die Inhaber und die Gaststätte an ihre Grenzen gebracht. Freud und Leid lagen hier dicht beieinander. „Da uns niemand mehr erreichen konnte, mussten wir unsere Gaststätte fast ein ganzes Jahr schließen“, blickt die Gastwirtin zurück. Maren Dietel ging während der Bauzeit in der Pflege arbeiten, ihr Mann nutzte die Zeit für die Renovierung des Hauses. Dass sie im Oktober 2015 den Neustart wieder schafften, sei nicht selbstverständlich gewesen.

No-Show-Effekt

Mit einer wohl modernen Unart einiger Gäste muss sich auch Maren Dietel auseinandersetzen. Den sogenannten No-Show-Effekt. Ein Gast reserviert für sich oder mehrere Personen einen Tisch, der Gast oder die Gruppe erscheint jedoch nicht zum vereinbarten Termin (oder in geringerer Anzahl), ohne (rechtzeitig) abzusagen („No-Show“). Immer häufiger reservieren Gäste oder Gästegruppen auch Plätze in mehreren Lokalen, um sich kurzfristig für eines der Restaurants zu entscheiden. Oft sind sich Gäste, die ohne Absage zum vereinbarten Termin nicht erscheinen, gar nicht bewusst, mit welchem finanziellen und organisatorischen Aufwand die Auslastungsplanung verbunden ist. „Es ist sehr ärgerlich, wenn ich dann auch noch andere Gäste wegschicken muss“, so Dietel.

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