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Bautzen

Körse: Bürgermeister widerspricht AfD

Der AfD-Abgeordnete Frank Peschel will die Schließung des Bades durch Kostensenkung verhindern. Das sei populistisch, antwortet der Betreiber.

Kein Badespaß mehr in der Körse-Therme? Dem Kirschauer Hallenbad droht aufgrund steigender Kosten die Schließung.
Kein Badespaß mehr in der Körse-Therme? Dem Kirschauer Hallenbad droht aufgrund steigender Kosten die Schließung. © SZ/Uwe Soeder

Kirschau/Bautzen. Frank Peschel (AfD) fordert die Rettung der Kirschauer Körse-Therme. In einer Stellungnahme ruft der Bautzener Landtagsabgeordnete dazu auf, ein Konzept zu erarbeiten, das den Weiterbetrieb des Freizeitbades finanziell absichert. 

Peschel begründet seine Forderung mit der Bedeutung der Körse-Therme für das Bautzener Oberland. Sie sei wichtig für den "Schwimmunterricht, als Wellness-Oase oder als Freizeit- und Tourismuseinrichtung". Bei der Erarbeitung des geforderten Konzeptes gelte es zu schauen, "welche Kosten gesenkt und wie neue Einnahmen erzielt werden können", heißt es weiter.

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Der AfD-Landtagsabgeordnete Frank Peschel fordert in einer Stellungnahme die Rettung der Körse-Therme.
Der AfD-Landtagsabgeordnete Frank Peschel fordert in einer Stellungnahme die Rettung der Körse-Therme. © dpa-Zentralbild

Dabei solle aber keinesfalls am Personal gespart werden, so Peschel. Erst vor anderthalb Jahren war für die 30 Mitarbeiter der Körse-Therme ein Haustarifvertrag in Kraft getreten.

Sven Gabriel (FDP) differenziert sich entschieden von Peschels Forderungen. "Wir sind seit mehreren Jahren an verschiedenen Lösungen dran", so der Bürgermeister von Schirgiswalde Kirschau, der auch den Vorsitz im Zweckverband innehat, der die Körse-Therme betreibt. Seit Jahren kommuniziere man über die wirtschaftliche Situation des Bades offen – auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene. Bislang sei lediglich aus dem Landkreis Unterstützung in Form von Födergeldern gekommen. 

Betreiber sucht nach Lösungen

"Man kann bei der Körse-Therme gar keine Kosten einsparen; auch nicht beim Personal. Man kann auch nicht einfach mehr Einnahmen generieren", stellt Gabriel klar. Deswegen helfe es jetzt auch nicht, mit dem Thema Populismus zu betreiben. "Fakt ist: Im Zweckverband sind zu wenige Mitgliedsgemeinden. Wir werben deshalb um die Beteiligung weiterer Oberland-Gemeinden und sind hinter den Kulissen dabei, eine Lösung für die Körse-Therme zu suchen." Allein solch ein neues Betreibermodell könne die Zukunft des Hallenbades noch retten. Um dieses Anliegen auf breitere Füße zu stellen, hoffe man auf Unterstützung durch den Landkreis.

Die drohende Schließung des Bades war am Montag bekanntgeworden. Die Entscheidung begründet Sven Gabriel (FDP), Vorsitzender des Bäder-Zweckverbandes, mit Einnahmeverlusten des ohnehin defizitären Betriebs infolge der Corona-Pandemie und mit dringend notwendigen Sanierungsarbeiten an dem 22 Jahre alten Hallenbad. Diese Ausgaben seien für die Gemeinden im Zweckverband nicht finanzierbar. (SZ/fsp)

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