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Schlimmer geht’s immer

Ergebnisse von Konjunkturumfragen in Sachsens Handwerk sind wenig überraschend: In der Regel geht es bergab, und die Schlussfolgerungen gleichen sich. Auch im Frühjahr 2005 bleibt das Handwerk im Kammerbezirk Dresden dem Trend treu.

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Ergebnisse von Konjunkturumfragen in Sachsens Handwerk sind wenig überraschend: In der Regel geht es bergab, und die Schlussfolgerungen gleichen sich.

Auch im Frühjahr 2005 bleibt das Handwerk im Kammerbezirk Dresden dem Trend treu. Wer glaubt, die Talsohle sei endlich erreicht, wird eines Besseren belehrt: Schlimmer geht’s immer! Mehr als jeder zweite Betrieb nennt seine Lage schlecht, kaum jeder elfte gut, und Besserung ist nicht in Sicht.

Noch immer glauben viele der Mär, Handwerk habe goldenen Boden. Von Arbeitslosigkeit getrieben, machen sie sich selbstständig, nehmen zu Niedrigstpreisen Jobs geizgeiler Kundschaft an – und reißen mit sich andere ins Verderben. So viele Bäder kann Sachsen gar nicht haben, als dass all die alten und neuen Fliesenleger satt würden!

Mit solch’ Gründerboom können sich nur kurzsichtige Politiker brüsten. Dabei bräuchte es Weitsicht, solche Strohhalme für Erwerbslose überflüssig zu machen. Etwa die Erkenntnis, dass steuerliche Absetzbarkeit der Dienstleistung von Malern und Klempnern Schwarzarbeit bekämpft und Tausende Arbeitsplätze schaffen könnte. Oder die Einsicht, dass Handwerk kein Ein-Euro-Job sein darf, weil das reguläre Stellen kostet. Kurz: Es braucht die Befreiung des Handwerks von Abgaben und Bürokratie, einen Rahmen für fairen Wettbewerb und mehr Jobs. Aber auch diese Forderung kennt man ja nach Konjunkturumfragen.