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Sachsen

Schlösserland rüstet sich für Klimawandel

Viele Schlösser in Sachsen sind für ihre Gärten berühmt. Im Klimawandel wird es immer schwieriger, den wertvollen alten Baumbestand zu bewahren.

Schloss Moritzburg gehört zu den am häufigsten besuchten Parkanlagen in Sachsen.
Schloss Moritzburg gehört zu den am häufigsten besuchten Parkanlagen in Sachsen. © Ronald Bonß

Dresden. Der Klimawandel macht dem Schlösserland Sachsen mit seinen vielen Gärten und wertvollen Bäumen immer mehr zu schaffen. Im vergangenen Jahr mussten mehr als 200 Bäume gefällt werden, die mit den Wetterbedingungen nicht mehr zurechtkamen, sagte Schlösserland-Chef Christian Striefler am Dienstag in Dresden. Vor zwei Jahren sei das noch kein Thema gewesen. Er rechne damit, dass die Fällungen noch zunehmen werden. "Da geht etwas unwiederbringlich verloren". Nicht allein die Wetterextreme mit fehlendem Niederschlag und sinkendem Grundwasser machen Sorgen. "Es gibt auch Pilzerkrankungen, die es vorher nicht gab", sagte der Direktor.

Manche der rund 30.000 Bäume in den Anlagen der Staatlichen Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen stammen noch aus der Barockzeit. Hitze und Trockenheit lassen nicht nur die Bewässerungskosten steigen. Wenn ein Baum seinen Halt zu verlieren droht, muss er gefällt werden. Das kann von Fall zu Fall auch mal 1.000 Euro kosten, hieß es. Schlösserland Sachsen will nun sein Bewässerungskonzept anpassen und entsprechende Technik auch im Boden verlegen. Zugleich versucht man wissenschaftliche Expertise heranzuziehen und sich mit anderen Institutionen in Deutschland zu vernetzen. Keiner könne das Problem allein für sich lösen, betonte der Direktor.

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Das Bergpalais im Schloss und Park Pillnitz in Dresden 
Das Bergpalais im Schloss und Park Pillnitz in Dresden  © Sebastian Kahnert/dpa

Dennoch hatte Striefler am Dienstag auch Erfreuliches über den Schlösserverbund mit seinen knapp 20 Einrichtungen zu berichten. Demnach strömten 2019 rund 2,2 Millionen Besucher zu den Sehenswürdigkeiten, etwa 2,3 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Umsatz stieg um 1,9 Prozent auf 10,8 Millionen Euro. Spitzenreiter war Schloss Moritzburg (2,2 Millionen Euro). Schwarze Zahlen gab es 2019 aber wohl nicht. Striefler rechnete mit einem Minus im niedrigen sechsstelligen Bereich - bedingt durch außerplanmäßige Ausgaben für ein großes Zelt für eine Ausstellung im Zwinger. Der Jahresabschluss steht noch aus. 2020 soll die Bilanz wieder "schwarz" sein.

Wie in den Vorjahren flossen 2019 etwa 17 Millionen Euro in Baumaßnahmen. So wurden unter anderem die Brühlsche Terrasse in Dresden und die Westwehr an der Burg Gnandstein vollendet. In diesem Jahr soll beispielsweise mit den Arbeiten am Wintergarten von Schloss Weesenstein und am Backturm von Schloss Moritzburg begonnen werden. Im Dresdner Zwinger ist der Abschluss der Sanierung einer Bogengalerie geplant, im Schloss Rammenau sollen Räume und im Barockgarten Großsedlitz das Portal sowie die Scheune im Wirtschaftshof fertig werden. Gleiches gilt für das Pagenhaus auf Burg Mildenstein. Das Schloss Rochlitz erhält einen Aufzug zum Fürstenhaus.

Am 5. April wird die Saison im Schlösserland Sachsen offiziell eröffnet. Eine wichtige Ausstellung dreht sich in diesem Jahr um Sachsen-Herrscher August den Starken, dessen 350. Geburtstag gefeiert werden soll. (dpa)

- Homepage Schlösseland Sachsen