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Schloss Weesenstein kriegt was aufs Dach

© Kristin Richter

Die Besucherzahlen bei den Eisenbahnwelten waren dieses Jahr mittelmäßig. Doch eine Investition hat sich ausgezahlt.

Von Gunnar Klehm

Kurort Rathen. Lothar Hanisch steht mitten im Schlosshof und hebt das Dach des Weesensteiner Wahrzeichens ab. Bis vorige Woche sind noch Modellbahnen um das Gebäude gefahren. Die sind nun alle in der Werkstatt und die Anlage ist geschlossen. Doch Winterruhe herrscht nur äußerlich. „Jetzt sind andere Dinge zu tun, für die während der Saison nicht genug Zeit bleibt“, sagt Lothar Hanisch, der Inhaber der Eisenbahnwelten in Kurort Rathen.

Dazu gehört natürlich jeden Winter die gründliche Reinigung sämtlicher Fahrzeuge. Aller zwei Jahre werden auch die größeren Häusermodelle überarbeitet. Diesmal ist unter anderem das Schloss Weesenstein dran. Das bekommt ordentlich was aufs Dach – nämlich eine Dusche Putzmittel, mit dem gegen den Algenbefall vorgegangen wird. Nach der Grundreinigung wird dann geschaut, wo Farbausbesserungen erforderlich sind. Dann kommt das nächste Haus dran. „Bis Weihnachten sollte das Schloss abgearbeitet sein“, erklärt Hanisch.

Im japanischen Fernsehen präsent

Es war inzwischen die 10. Saison. Mit rund 47000 Besuchern war sie im Vergleich eher mittelmäßig. An den Rekord von über 80 000 Besuchern im Jahr 2012 war kein Rankommen. Daran sei auch der Kalender schuld gewesen. „Die erfahrenen Gastronomen hatten mich ja schon vorgewarnt, dass der April immer schlecht läuft, wenn Ostern so früh im Jahr liegt wie diesmal“, sagt Hanisch. Dass sich das trotz aller Bemühungen, Besucher nach Rathen zu locken, bewahrheitet hat, war für den Unternehmer eine bittere Erfahrung.

Umso besser lief es danach. „Doch dann kam der Oktober“, sagt Hanisch und verdreht die Augen. Überdurchschnittlich kalt, mieses Wetter, da fällt einem Freiluftgeschäft nicht viel ein – könnte man denken. Doch der Unternehmer hatte ja vorgebaut und in seine Gastronomie investiert.

„Das war die richtige Entscheidung, wie sich jetzt rausgestellt hat“, sagt er. Vor der Saison hatte er seinen Imbiss komplett umgekrempelt, Personal eingestellt, eine neue Speisekarte zusammengestellt und den Gastraum verschönert. Hanisch ist auch überzeugt, dass seine Gäste es honoriert haben, dass er regionale Produkte frisch verarbeitet. Das habe schließlich die gesamte Saison mehr als gerettet.

Das nächste Jahr steht dann ganz im Zeichen des Jubiläums. Am 1. April ist Saisonbeginn. Am 7. des Monats soll das Zehnjährige gefeiert werden. Worauf sich die Besucher dann freuen können, das will Lothar Hanisch noch nicht verraten. Auch nicht, an welchem neuen Projekt er auf seiner Anlage arbeitet. Nur so viel: Künftig soll es etwas Interaktives für Kinder geben.

Jedes Jahr kommt etwas dazu. Zuletzt der Nachbau des DDR-Museums in Pirna. Nach 14 Monaten Bauzeit hatte er auch den Bereich der Schweiz fertiggestellt. Das hatte auch deshalb einige Zeit gedauert, weil er nach passenden Steinen für die Landschaft gesucht hatte. Schließlich machte ihn ein befreundeter Bauunternehmer auf einen Steinbruch in Bahretal aufmerksam. „Dort bekam ich Diabas mit der passenden Färbung“, sagt Hanisch.

Wie bekannt die Eisenbahnwelten in Kurort Rathen sind, zeigt auch, wer dieses Jahr von dort alles berichtete, wie etwa Reporter vom „British Guardian“ oder ein TV-Team aus Japan. Die tschechische Fernsehserie „Pozor Vlak“ (Achtung Zug) hat den Eisenbahnwelten im September sogar eine komplette Sendung gewidmet.