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Schlottwitzer wollen Einkaufsmarkt retten

Viele Kunden sind mit dem Laden zufrieden. Trotzdem will ihn der Inhaber aufgeben.

© Frank Baldauf

Von Maik Brückner

Schlottwitz. Noch können die Schlottwitzer hoffen, dass der Einkaufsmarkt in Oberschlottwitz erhalten bleibt. Inhaber Frank Schiebel hat zumindest seine Bemühungen nicht eingestellt, einen Interessenten zu finden. „Bis Ende Januar ist noch Zeit“, sagt er auf SZ-Nachfrage. So lange suche er noch nach einem Nachfolger. Schiebel selbst will den Laden altersbedingt abgeben. Eigentlich wollte er sich schon im Juni davon trennen, da nach der Eröffnung des Netto-Marktes Mitte 2016 die Umsätze kontinuierlich zurückgingen.

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CDU-Stadtrat Franz Brand.
CDU-Stadtrat Franz Brand. © Egbert Kamprath

Vor allem in den Nachmittagsstunden sei nun spürbar geworden, dass mit dem Pennymarkt in Niederschlottwitz und dem Netto nun drei Märkte um die Kundschaft buhlen. Am Nachmittag sei sein Laden – der kleinste der drei – kaum noch frequentiert, begründete der Inhaber damals seine Entscheidung. Im letzten Moment konnte ihn der Schlottwitzer Stadt- und Ortschaftsrat Franz Brand (CDU) überreden, weiterzumachen. Schiebel gab nach und räumte dem Laden weitere sieben Monate Bestandsschutz ein. Brand indes veranlasste indessen, zusammen mit anderen Ortschaftsräten aktiv zu werden, um den Laden, der vor allem die älteren Oberschlottwitzer versorgt, zu retten.

Der Ortschaftsrat wandte sich mit einem Schreiben an die Bürger, in dem er nicht nur die Angebote auflistet, die das Geschäft bietet. Hier werden nicht nur Backwaren, Obst, Quark und Wildfleisch aus der Region angeboten. Der Laden hält auch verschiedene Dienstleistungen vor: Hier können Kleidung zur Reinigung, Schuhe zur Reparatur und Messer zum Schleifen abgegeben werden. Zudem nimmt der Laden Bestellungen an, um Einkäufe frei Haus zu liefern. Außerdem betreibt der Laden die Poststelle des Ortes. „Hauptsächlich von Dienstleistungen kann der Einkaufsmarkt nicht existieren. Außerordentlich wichtig für den weiteren Bestand ist ein erhöhter Warenverkauf“, heißt es in dem Schreiben des Ortschaftsrates. Von den Bürgern wollten die Abgeordneten zunächst hören, ob diese den Markt für wichtig halten. Zudem sollten die Bürger Vorschläge machen, wie der Umsatz angekurbelt werden könnte. Sollte es andere Waren geben? Oder gibt es noch Leistungen, die der Markt anbieten könnte?

Die Reaktionen blieben nicht aus. 110 Bürger meldeten sich. „Die meisten wohl aus Oberschlottwitz“, vermutet Franz Brand. Alle sprachen sich für den Erhalt des Einkaufsmarktes aus. Während 54 das ohne Kommentar taten, ergänzten 30 ihr Ja zum Bestand mit einem besonderen Lob an den Laden. 26 gingen noch weiter und machen dem Ortschaftsrat und dem Inhaber Vorschläge. Demnach sollte der Markt mehr Bioprodukte und mehr Obst anbieten. Zudem wäre es schön, wenn es eine Fleischtheke geben würde, zählt Brand einige der Vorschläge auf. Diese hat Frank Schiebel indes schon mit seinen Mitarbeitern ausgewertet. Die Versorgung mit Obst, das er aus der von ihm ebenfalls betriebenen Obstscheune in Krietzschwitz bei Pirna bezieht, hält er für ausreichend.

Den Einbau einer Fleischtheke würde er lieber einem Dritten überlassen, sagt Schiebel. Allerdings seien die Versuche, einen der großen Anbieter der Region dafür zu gewinnen, erfolglos geblieben. Einen anderen Vorschlag, der in Schlottwitz bereits seit Längerem diskutiert wird, hält Schiebel indes für überlegenswert. Die Schlottwitzer regten an, dass Schiebel Kontakt zu Roland Clausnitzer aufnehmen sollte. Der Kaufmann betreibt Edeka-Märkte in Pretzschendorf, Glashütte und Altenberg. Da der Schlottwitzer Einkaufsmarkt ebenfalls von Edeka beliefert werde, könnte das gut zusammenpassen. Vor 14 Tagen hatte Schiebel Kontakt zur Familie Clausnitzer aufgenommen. „Ich habe mit Frau Clausnitzer gesprochen“, sagt Schiebel.

Die bestätigt den Kontakt. Die Geschäfte führt aber ihr Mann, Roland Clausnitzer. Gegenüber der SZ erklärte er, dass er gehört habe, dass es ein Gespräch gab. Mehr aber nicht. Um Entscheidungen zu treffen, bräuchte man konkrete Zahlen vom Geschäft. Die liegen ihm nicht vor. Deshalb will er sich nicht weiter äußern.

Die Zukunft des Oberschlottwitzer Einkaufsmarktes ist also weiter offen.