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Schmiedeberg kämpft um seine Turnhalle

Der Ortsteil beharrt auf den Zusagen des Vertrags zur Eingliederung. Er hat dabei erste Erfolge.

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© Egbert Kamprath

Von Franz Herz

Schmiedeberg. Die Streitvertreter von Schmiedeberg haben offenbar gut verhandelt. Sie wehren sich dagegen, dass der Stadtrat von Dippoldiswalde den Neubau der Turnhalle in ihrem Ort zurückgestuft hat. Und erste Erfolge haben sie bereits erreicht. Das Thema steht am Mittwoch wieder auf der Tagesordnung im Stadtrat.

Oberbürgermeister Jens Peter (Freie Wähler) will dem Stadtrat vorschlagen, seinen Beschluss vom vergangenen April aufzuheben. Damals hat der Stadtrat festgelegt, wie er das Geld aus dem Programm zur Stärkung der Investitionskraft verwenden will. Auf der Liste stand nach dem Vorschlag der Verwaltung der Turnhallenneubau in Schmiedeberg auf dem ersten Platz. Dahinter waren vier Vorhaben aufgeführt für den Fall, dass es mit dem Turnhallenbau nichts wird. Das sind Projekte in den Oberschulen Schmiedeberg und Dippoldiswalde, dem Erlebnisbad Paulsdorf und im Kindergarten Schmiedeberg. Der Stadtrat hat die Reihenfolge dann umgedreht und die Turnhalle auf den letzten Platz der Liste gesetzt.

Das hieße also, dass der Neubau der Halle noch länger auf sich warten lässt. Dagegen wehren sich aber die Schmiedeberger. „Seit der Eingemeindung sind jetzt zweieinhalb Jahre vergangen und von dem Vertrag damals ist noch nichts umgesetzt“, sagt Schmiedebergs Ortsvorsteher Peter Hofmann (SPD). Deswegen fordert er, dass der Turnhallenbau jetzt mit den Geldern aus dem Investitionsprogramm angepackt wird. Es geht dabei um rund 1,1 Millionen Euro. Das würde dafür ausreichen. „Die anderen Vorhaben auf der Liste sind kleiner. Dafür findet sich eher einmal Geld im Haushalt, aber für diese große Summe ist es schwierig“, sagt Hofmann. Er hat sich auch mit den anderen Ortsvorstehern der ehemaligen Gemeinde Schmiedeberg darüber abgestimmt. Sie wollen gemeinsam eine Petition im Stadtrat einbringen, wie er ankündigt.

Die Schmiedeberger wollen die Mitglieder des Stadtrats auf jeden Fall von ihrem Anliegen überzeugen. Sie haben auch Eltern und Lehrer aufgerufen, um als Besucher zur Ratssitzung zu kommen und ihrem Anliegen Nachdruck zu verleihen.

Eigentlich hat Dippoldiswalde seine Pläne für die Verwendung der Investitionsmittel schon vor einem Monat ans Landratsamt gemeldet. „In einem sehr kleinen Zeitfenster kann die Stadt aber daran noch etwas ändern“, sagt der Oberbürgermeister. Er hat sich beim Landratsamt bereits erkundigt. Darüber muss aber der Stadtrat entscheiden. Denn er müsste dabei seinen eigenen Beschluss vom April ändern. Ob der Rat dies tut, wird sich am Mittwoch zeigen.

Stadtratssitzung am Mittwoch, 15. Juni, 18 Uhr, im Ratssaal Dippoldiswalde.