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Schmutzfrust in Kreischaer Schule

Der Schülerrat bemängelte schon im vorigen Herbst die Schulhausreinigung. Es tat sich wenig. Das soll sich nun ändern.

© Karl-Ludwig Oberthür

Von Stephan Klingbeil

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Kreischa. Toiletten ohne Klopapier, nicht gewischte Klassenzimmer, angekaute Brote unterm Tisch und überquellende Papierkörbe, die teils wochenlang nicht geleert wurden: In der Kreischaer Grund- und Oberschule gibt es ein Problem mit der Reinigung. Der Schülerrat der Oberschule hat sich nun mit einem Brandbrief an die Gemeinde gewandt, die Schulträger ist. Ihm ginge es bei der Mängelaufzählung „vordergründig nicht um eine bessere Wohlfühlatmosphäre, sondern in Zeiten der Grippe-Welle auch um Infektionsschutz“. Schon im vergangenen Oktober habe man sich in der Schulkonferenz bei Bürgermeister Frank Schöning (FBK) über die Probleme mit der mangelnden Reinigung im Schulgebäude beschwert. Passiert sei allerdings nichts. Im Gemeinderat am Montagabend machten zwei Schulsprecher ihrem Ärger dann nochmals Luft „Die Situation hat sich verschlechtert. Wir wollen, dass sich endlich etwas verbessert“, fordern sie.

Eltern von Kindern der Grundschule im selben Gebäude sagen, es „gab schon aus allen Ecken Beschwerden“ deshalb. Zumindest in den vergangenen Wochen sei „es aber etwas besser geworden.“ Auch Oberschulleiter Wolfgang Schuster bestätigte am Dienstag gegenüber der SZ die geschilderten Probleme: „Das ist allen bekannt, betrifft Grund- wie Oberschule und den Hort“, sagt er. Es sei aber schon „schlimmer gewesen“. Landratsamtsmitarbeiter hatten sich auch schon ein Bild von der Hygienesituation gemacht. Im Rathaus wisse man Bescheid. Die Probleme bestünden weiter.

Dort wehrt sich Bürgermeister Frank Schöning (FBK) gegen Behauptungen aus der Schule, dass die zuständigen Mitarbeiter der Gemeinde sich selbst kein Bild vor Ort gemacht hätten. „Es gab immer wieder Beratungen dazu“, betont er: „Es gab und gibt Mängel. Das heißt aber nicht, dass hier alle 20 Klassenzimmer nicht sauber sind.“ Es hätten auch unterschiedliche Einschätzungen zur Reinigungsqualität vorgelegen. Obendrein habe es an der Kommunikation zwischen Hausmeister, Schule, Gemeinde und der verantwortlichen RWS Gebäudeservice GmbH mit Hauptsitz in Leipzig gehapert – wenn etwas fehlte, wie Klopapier. „Das ist vorhanden“, sagt er. „Das Problem ist bloß, dass es nicht aufgefüllt wurde.“

Letztlich hingen und hängen jene Mängel vor allem mit dem Reinigungspersonal zusammen, sagt er. Bis vorigen September waren zwei Beschäftigte der Gemeinde für die Reinigung zuständig. Der eine begann eine Ausbildung, die andere erkrankte Ende 2017 schwer. Erst übernahm die RWS die Einsätze zur Hälfte, seit diesem Januar ist sie komplett verantwortlich. „Dort wechselte immer wieder das Personal, und es wurden auch bestimmte Vereinbarungen nicht so umgesetzt“, erklärt Schöning.

Mit RWS hat die Gemeinde – zum Beispiel bei der Reinigung des Vereinshauses – gute Erfahrungen gemacht. Nur am Schulstandort lief es nicht optimal. Zuletzt hatte RWS nach den Winterferien Tschechinnen eingestellt für die Schule. Die beiden sollen zwar ordnungsgemäß eingearbeitet worden sein. Es habe aber „sprachliche Schwierigkeiten“ gegeben. Das hätte zunächst Einfluss auf die Reinigungsarbeiten gehabt.

RWS-Geschäftsführer Steffen Beyer spricht von „anfänglichen Orientierungsschwierigkeiten“. Er wisse von den Problemen. Jedoch habe es die – so sagt er – zuvor auch in Schulbereichen wie etwa im Keller gegeben, die RWS anfangs gar nicht betreut hat. Im Rathaus wird das bestätigt. Beyer sagt zudem, dass die Kommunikation der Beteiligten mit der RWS verbessert werden müsse. Er hoffe, dass könne an diesem Mittwoch bei einem Treffen mit Hort- und Schulleitern, Landratsamt- und Gemeindevertretern besprochen werden.

Und was ist mit den Kosten, muss Kreischa trotz der Reinigungsmängel zahlen? Wenn die Leistungen nicht erbracht worden sind, zahle Kreischa auch nicht, erklärt Schöning. „Das wird über sogenannte Leistungsscheine aufgelistet und dann nur das bezahlt, was vor Ort abgezeichnet wird.“ Dieses Prozedere sei nicht ungewöhnlich. Den Vorschlag vom Schülerrat, Zimmerprotokolle einzuführen, hält Schöning für denkbar. Dabei sollen Reinigungskräfte nach getaner Arbeit erbrachte Leistungen vermerken und unterzeichnen – in jedem Zimmer. „Der Vorteil ist, dass Mängel besser nachvollziehbar wären, der Nachteil besteht aber im Aufwand. Alle Zimmer müssten jeden Tag vorab kontrolliert werden.“