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Schnäppchenjagd in der Staatsoperette

Am Wochenende wurden ausrangierte Kostüme verkauft. Mit Rekordergebnis.

© Norbert Millauer

Von Linda Barthel

Leben und Genuss

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Bereits kurz nach elf waren einige Kleiderstangen leer geräumt. Da lief der Kostümverkauf im Foyer der Staatsoperette gerade mal eine knappe Stunde. Hunderte ausrangierte Roben, Hüte, Schuhe und Masken wurden hier am Sonnabend beim Tag der offenen Tür verkauft. Um eins der edlen Kostüme zu ergattern, standen einige Besucher schon eine halbe Stunde vor Beginn vor der Tür. Kein Wunder, immerhin wurden die handgefertigten Unikate zum Schnäppchenpreis angeboten.

Auch Kerstin Timpe stürzte sich ins Shoppingvergnügen der etwas anderen Art. Dabei hatte es die 48-Jährige auf etwas Bestimmtes abgesehen. „Mein Lebensgefährte ist früher als Solist in der Staatsoperette aufgetreten, und ich suche ein Kostüm, das er damals getragen hat.“ Das fand die Dresdnerin zwar nicht, dafür landeten aber drei andere Roben in ihrem Kleiderschrank. „Wir gehen gerne zum Karneval, da können wir das zum Beispiel tragen.“

Die ausrangierten Kostüme – vom edlen Kleid bis zur adretten Uniform –, Schuhe und Accessoires kosteten zwischen fünf und 40 Euro. Alle zwei bis drei Jahre rangieren die Mitarbeiter den Fundus der Staatsoperette aus und verkaufen die Roben der abgespielten Stücke. „Das wird immer sehr gut angenommen“, sagt Sprecherin Jana-Carolin Wiemer. In diesem Jahr war der Andrang sogar so groß, dass ein neuer Rekord aufgestellt wurde. „Wir haben mehr als 500 Kostüme für insgesamt 5:900 Euro verkauft. So viel haben wir bisher noch nie eingenommen.“

Doch nicht nur der Kostümverkauf lockte am Sonnabend Hunderte Besucher ins Operettenhaus an der Pirnaer Landstraße. Auch ein Großteil der Führungen war schon vor dem Mittag ausgebucht. Trotz des ständigen Kommens und Gehens bewegten sich stets um die 1:000 Gäste im Haus, so Wiemer. „Die beiden Kinderchorauftritte mit dem Zirkus Furioso waren mit jeweils knapp 400 Leuten auch super besucht, und bei den Kleinprogrammen gab es nie einen freien Platz.“