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Schneeschieber sind restlos ausverkauft

Die Hersteller kommen mit der Produktion von Schneeschaufeln nicht hinterher. Es bleibt vorerst nur noch das Selberbauen.

Von Robert Berlinund Rainer Könen

Kaum ein anderes Werkzeug ist derzeit in Sachsen so beliebt wie der Schneeschieber: Ob der Fußweg vorm Haus oder die Parklücke vorm Arbeitsplatz, allerorten müssen Schneemassen weggeschoben werden. Wer allerdings jetzt noch keine Schaufel hat oder wem seine zerbricht, der geht immer häufiger leer aus. In den meisten Baumärkten des Landes sind die Schneeschieber seit Tagen ausverkauft.

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Im Praktiker in Dresden-Gompitz etwa sind vergangene Woche gar keine Schieber mehr über den Ladentisch gegangen. Marktleiter Peter Spaeth sagt: „Neue Schneeschieber sind längst bestellt, aber die Hersteller haben einfach keine mehr.“ Das gelte sowohl für Markenfirmen als auch für günstigere Anbieter. „Es wurden sechsmal so viele verkauft wie im Vorjahr.“ Wie eine Mitarbeiterin der Gartenabteilung sagt, kommt eventuell nächste Woche noch eine Lieferung und dann noch einmal eine im Januar. Wie viele Schneeschaufeln das sein werden, kann sie jedoch nicht sagen. „Wir sind froh, wenn überhaupt welche kommen.“

Ähnlich ist die Situation im Obi-Baumarkt im Dresdner Stadtteil Weißig. Einem Mitarbeiter zufolge fragen jeden Tag wenigstens 20 Kunden nach Schneeschiebern. Die seien jedoch seit einer Woche nicht mehr zu haben. Etwa 1500 Stück habe der Markt schon verkauft. Nächste Woche kämen noch einmal 20, im Januar weitere 60 – mehr gäbe es diesen Winter nicht.

Auch bei Toom in Hoyerswerda wurden in der vorigen Woche die letzten 30 Schneeschieber rausgegeben, wie ein Mitarbeiter sagt. Und das, obwohl das Vierfache des sonst üblichen Sortiments im Lager gewesen wäre. Mit Nachschub sei nicht mehr zu rechnen.

Ein Ausweg aus den Engpässen bietet sich in Internetkaufhäusern. Hier können noch einige Exemplare bestellt werden. Einen anderen Tipp hat Sandro Barczyk vom Weißiger Obi-Markt: Er rät verzweifelten Kunden, ihren Schneeschieber selber zu bauen. „Dazu braucht es eine Sperrholzplatte, zehn Millimeter dick, die geleimt und damit wasserfest ist. An die wird ein Stiel mit drei Zentimetern Durchmesser geschraubt.“ Das Material koste zusammen etwa 15 Euro und sei damit nicht teurer als die meisten Schneeschieber. Die Wetterprognosen versprechen ausreichend Bewährungsproben für die Schneeschaufel Marke Eigenbau. Es soll bis Sonntag schneien.