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Schneller nach Klotzsche und Hellerau

Die Dresdner Verkehrsbetriebe verlegen neue Gleise auf der Königsbrücker Straße. Wo die Bahnen bisher wendeten, leben dann Zauneidechsen.

© René Meinig

Von Sarah Herrmann

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Es zischt und dröhnt. Zitternd presst die Stopfmaschine den Schotter zwischen die Gleise und bringt den Boden damit zum Vibrieren. Es ist eines der größten Vorhaben der vergangenen Jahre, das die Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) derzeit auf der Königsbrücker Straße umsetzen. Zwischen Magazinstraße und Moritzburger Weg werden die Gleise ausgetauscht. Anschließend soll die alte Schleife am Diebsteig abgerissen werden. An die hat mancher Straßenbahnfahrer schöne Erinnerungen.

Das verrät DVB-Vorstand Lars Seiffert. „Wir wissen gar nicht so genau, wie alt die Schleife ist“, sagt er. „Früher hielten die Fahrer dort Nachtwache. Deswegen hat der eine oder andere eine besondere Beziehung zum Diebsteig.“ Aller Sentimentalität zum Trotz muss die Schleife aber abgerissen werden. Hauptproblem waren die verschlissenen Weichen auf der Königsbrücker Straße. Sie erlaubten den Fahrern nur, mit maximal zehn Stundenkilometern zu fahren. Nach Abschluss der Arbeiten erhöht sich das Tempo auf 60 km/h. „Wir sparen so ein bis zwei Minuten je Richtung und Bahn ein“, erklärt Seiffert. Hochgerechnet ist so eine Bahn weniger notwendig. Das erspare den Verkehrsbetrieben Investitionen im Millionenbereich.

Dafür werden allerdings auch fast sechs Millionen Euro investiert. Die Kosten beinhalten nicht nur das Verlegen neuer Gleise, sondern auch den Abriss der alten Schleife. Der soll voraussichtlich im Sommer beginnen. Ein früherer Start ist wegen zahlreicher kleiner Bewohner nicht möglich. So gibt es auf dem Areal Zauneidechsen, die unter Artenschutz stehen. Ende Februar grenzen die Verkehrsbetriebe eine Fläche für diese ab. Wenn es wieder wärmer wird, werden die Reptilien eingesammelt und in dieses Schutzgebiet gebracht. Dort verbleiben sie, bis die Arbeiten abgeschlossen sind. Wenn die Fläche im Herbst renaturiert wurde, werden sie dort freigelassen.

Als Ersatz für die alte Schleife ist auf Höhe der Haltestelle Infineon Süd ein Gleisdreieck entstanden. Das ermöglicht den DVB den flexiblen Einsatz der Straßenbahnen der Linien 7 und 8. Die Arbeiten sind fast abgeschlossen. In den kommenden Tagen sollen der Schotter gefestigt und ein Pavillon errichtet werden. Ab 23. Februar fahren die Trams dann wieder durch. Dann sollen auch die anderen Arbeiten auf der Königsbrücker Straße erledigt sein. So nutzen die Verkehrsbetriebe die Sperrung, um Gleise im Bereich Käthe-Kollwitz-Platz und an der Stauffenbergallee auszutauschen.