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Schneller zum Neustädter Bahnhof

Straßen und Gleise unter der Eisenbahnbrücke sollen ausgebaut werden. Damit wird auch die erste Linie für breitere Straßenbahnen fit gemacht.

© Christian Juppe

Von Sarah Herrmann

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Vom Mut, nicht wegzusehen.  

Joachim Gauck erinnert zum 30-jährigen Jubiläum an den Beginn der Wende in der DDR. 

Autofahrer und Fahrgäste der Straßenbahn sind gleichermaßen genervt, wenn es unter die Eisenbahnbrücke auf der Hansastraße geht. Die Fahrzeuge der Linie 3 müssen sich mit den Pkws, die in Richtung Albertplatz wollen, eine Fahrspur teilen. An der Ampel blockieren sie sich gegenseitig. Das soll sich nun ändern. Der rund 160 Meter lange Abschnitt zwischen Schlesischem Platz und Eisenbahnstraße soll umgestaltet werden. „Damit sparen wir eine Minute Fahrzeit – das ist eine ganze Menge“, sagt Thomas Geßner, Projektleiter von den Dresdner Verkehrsbetrieben. Doch das ist nicht der einzige Vorteil der Arbeiten.

Radfahrer bekommen eigene Wege

Bereits 2005 gab es die ersten Überlegungen, den Raum unter der Eisenbahnunterführung umzugestalten. Diese wurden nun überarbeitet – mit einer wesentlichen Änderung. Ursprünglich sollte stadtauswärts eine zweite Fahrspur angelegt werden, sodass die Bahnen separat fahren. Nun bleibt es bei einer Spur für Rechtsabbieger. In Richtung Großenhainer Straße müssen sich Autos und Bahnen weiterhin den Platz teilen. Diese Entscheidung wurde gefällt, um beidseitig Radwege einzurichten. Sie sind jeweils 1,60 Meter breit. Die benachbarten Fußwege werden indes schmaler als jetzt. Sie sind in zwei beziehungsweise zweieinhalb Metern Breite geplant.

Autofahrer dürfen links abbiegen

In Richtung Albertplatz hingegen bekommen die Autofahrer eine weitere Spur hinzu. Das sorgt für die angesprochene Zeitersparnis bei den Straßenbahnen. Und auch die Autofahrer müssen dann nicht mehr so lange unter der Brücke warten. Neben der zweiten Fahrspur gibt es eine weitere wesentliche Änderung für Autofahrer. Sie dürfen künftig links in die Eisenbahnstraße abbiegen. So soll die Anbindung des Neustädter Bahnhofs von der Hansastraße verbessert werden – auch für die Zulieferer. Zudem dürften sich die Autofahrer über den Austausch des verschlissenen Straßenbelags freuen.

Bahnlinie 3 wird für breite Bahnen fit

Der Hauptgrund für den Ausbau ist allerdings der Plan der DVB, bis 2022 auf die breiteren Stadtbahnen umzusteigen. Stück für Stück wird deshalb überall der Gleisabstand auf drei Meter erhöht. Die Linie 3, die unter der Eisenbahnbrücke verkehrt, soll eine der Ersten sein, die umgerüstet werden. Denn die Strecke führt zum Betriebshof Trachenberge, in welchem die Fahrzeuge untergestellt werden. DVB-Sprecher Falk Lösch hofft, dass die Arbeiten 2020 beginnen. Zuvor müssen Ausführungs- und Genehmigungsplanung gemacht werden.

Neben dem Stück am Neustädter Bahnhof müssen auch zwei Abschnitte auf der Großenhainer Straße ausgebaut werden, damit die Stadtbahnen künftig bis zum Betriebshof kommen. Doch die Baustarts sind mehrfach verschoben worden. Zwischen Conrad- und Fritz-Reuter-Straße sollen die Gleise nach aktuellem Stand ab dem kommenden Jahr erneuert werden. Der Abschnitt von der Liststraße bis zum Trachenberger Platz ist dann frühestens ein Jahr später an der Reihe. Dort soll dann auch die Haltestelle „Liststraße“ modernisiert werden. „Diese drei Abschnitte hängen logisch für uns zusammen“, sagt Lösch. Sollte es an einer Stelle erneut zum Verzug kommen, können die Bahnen nicht wie geplant ab 2022 auf der Strecke der Linie 3 eingesetzt werden und nicht zum Betriebshof fahren.

Allein für den Gleisbau auf der Hansastraße investieren die Verkehrsbetriebe rund 340 000 Euro. Hinzu kommen weitere 470 000 Euro von der Stadt. Die Planungskosten von 80 000 Euro werden geteilt. Dafür müssen sich nach dem Ausbau weder Autofahrer noch Fahrgäste der Straßenbahnen mehr unter der Brücke ärgern und es geht eine Minute schneller zum Neustädter Bahnhof.