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Schnelles Internet für Großschönau

Der Breitbandausbau läuft im Landkreis sehr unterschiedlich. Die Orte wählen hierfür ganz verschiedene Wege.

© Matthias Weber

Von Holger Gutte

Landkreis. Der Anfang für eine schnelle Internetversorgung in Großschönau ist gemacht. An der Bahnhofstraße erfolgte dafür am Freitagnachmittag symbolisch der erste Spatenstich. Bis zu 100 Megabit pro Sekunde (MBit/s) sollen nach dem Breitbandausbau im Ort anliegen. Derzeit sind es gerade mal sechs. Und beim Hochladen steigt die maximale Geschwindigkeit auf bis zu 40 Megabit pro Sekunde.

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Je näher der Kunde am Verteiler, die jetzt zu Multifunktionsgehäusen werden, wohnt, desto höher wird die Geschwindigkeit, mit der er sich im Internet bewegen kann, sein. Rund sechs Kilometer Glasfaserkabel werden dafür nun in Großschönau verlegt und zwölf Verteilerstationen noch zusätzlich aufgestellt. Dann sind im neuen Netz der Telekom Telefonieren, Surfen und Fernsehen gleichzeitig möglich. Um die erheblich höheren Übertragungsgeschwindigkeiten zu erreichen, wird in den Multifunktionsgehäusen das Lichtsignal von der Glasfaser in ein elektrisches Signal umgewandelt und von dort über das bestehende Kupferkabel von der Straße zum Hausanschluss übertragen. Um die Kupferleitung schnell zu machen, kommt ein sogenanntes Vectoring zum Einsatz. Diese Technik beseitigt elektromagnetische Störungen.

Schon ab Mitte März des nächsten Jahres soll das schnelle Internet für die Großschönauer verfügbar sein. 2595 Haushalten können dann im Ort fast flächendeckend davon profitieren. Nur für ganz wenige, weit abseits liegende Häuser, ist das nicht möglich. Dazu zählen die drei Häuser am Forsthaus. „Der Aufwand ist dort einfach zu hoch“, sagt Telekom-Planungsleiter Andreas Marks. Das Verlegen der Glasfaserleitung kostet immerhin 70000 Euro pro Kilometer. Etwa drei bis fünf Megabit pro Sekunde sind derzeit am Forsthaus drin. Eventuell könnten es dann im Frühjahr neun MBit/s sein.

Bürgermeister Frank Peuker ist froh, dass die Telekom so schnell in Großschönau investiert. Der Alleingang der Gemeinde hat sich gelohnt. So wird schnelles Surfen im Netz hier nun wesentlich früher möglich, als beispielsweise über das zentrale Angebot, dass die Landkreisverwaltung den Kommunen gemacht hat. In Großschönau wird der Breitbandausbau jetzt von der Planung bis zur Fertigstellung innerhalb eines Jahres umgesetzt. „Ich habe gehört, dass mit Super-Vectoring 2018 bei uns sogar bis zu 250 Megabit pro Sekunde möglich sind“, sagt Frank Peuker. Das verschafft dem Ort auch einen Standortvorteil. Kai Gärtner bestätigt das. Ab der zweiten Jahreshälfte 2018 wird dafür Super-Vectoring in Großschönau eingesetzt, berichtet der Telekom-Regionalmanager Sachsen für den Infrastrukturbetrieb der Region Ost. Die Telekom finanziert den Breitbandausbau in Großschönau zu 100 Prozent allein und ohne Fördermittel.

Um die Einwohner über die nun möglichen Angebote zu informieren, plant die Telekom im Frühjahr eine Informationsveranstaltung. Denn die Bürger, die ab Mitte März nächsten Jahres das schnelle Internet nutzen wollen, müssen neue Verträge abschließen oder bereits bestehende anpassen. Im Gegensatz zu Großschönau sind die Einwohner im Ortsteil Waltersdorf schon mit schnellerem Internet versorgt. Hier liegen je nach Lage bis zu 50 Megabit pro Sekunde an.

Einen eigenen Weg bei der Internetversorgung geht auch Seifhennersdorf. Hier hat die Firma MRK Media AG im Auftrag der Stadt eine Machbarkeitsstudie erstellt, in der auch abgelegene Wohnhäuser mit inbegriffen sind. Fördermittel für das Projekt sind beantragt.

Im Oberland sorgt aber auch die Energieversorgung Sachsen-Ost (Enso) für den Breitbandausbau – also die Versorgung mit schnellem Internet – in den Orten. In Neugersdorf ist der Ausbau hierfür bereits abgeschlossen, in Ebersbach hat er begonnen. Der erste von sieben Bauabschnitten ist für das Projekt bereits fertig. Bis Anfang Oktober sollen im Auftrage der Enso allein in Ebersbach rund 7,5 Kilometer Kupferkabel durch Glasfaserkabel ersetzt und 14 Kilometer Leerrohr verlegt werden.

Auch in Oppach sollen die Bürger nun wesentlich schneller im Internet surfen können. Der Ort hat im August für den Breitbandausbau einen Fördermittelbescheid von reichlich 800000 Euro erhalten.

Im Landkreis Görlitz ist der Breitbandausbau bisher sehr unterschiedlich fortgeschritten. Deshalb hatte die Landkreisverwaltung eine zentrale Lösung angeboten. Das Görlitzer Landratsamt geht hierfür von Gesamtkosten von rund 104 Millionen Euro aus. Knapp zwei Drittel der Kosten – 64 Millionen Euro – übernimmt der Bund. Der Landkreis hatte im Frühjahr 2017 einen Fördermittelantrag für 31 Gemeinden abgegeben. Zehn Prozent der Kosten werden – anders als am Beispiel Großschönau – die Gemeinden selbst tragen müssen. Knapp 30 Millionen Euro fehlen aber dann immer noch. Hier wird auf finanzielle Hilfe durch den Freistaat Sachsen gehofft.