Teilen:

Schöner schenken mit der SZ

© Montage: SZ-Bildstelle

Womit mache ich meinen Lieben Weihnachtsfreuden? Persönliche Tipps von SZ-Kolumnistin Bettina Ruczynski.

Seit Jahren denke ich, dass wir uns zu Weihnachten nichts schenken sollten, Kinder natürlich ausgenommen. Wir Erwachsenen haben viel zu viel Kram in den Schränken, Bücher und Musik natürlich ausgenommen. Dann blieben uns auch diese grässlichen nachfestlichen Umtausch-Orgien erspart. Aber wenn ich denn etwas schenken würde, dann das:

Für die Ohren

Die Jungs um Marcus Mumford ließen vor neun Jahren mit ihrer genialen ersten Platte „Sigh No More“ aufhorchen. Ihre Karriere ging danach durch die Decke. Jetzt haben Mumford & Sons mit „Delta“ (Universal) ihre Vierte veröffentlicht. Zu unserem und ihrem Glück besinnen sich die Musiker wieder etwas mehr auf ihre Wurzeln, auf Banjo und Akustikgitarre. Herausgekommen ist Folkrock vom Feinsten.

Für die Augen

Birdwatching, Vogelbeobachtung, erfreut sich in Europa und in den USA wachsender Beliebtheit. Vogelwatcher strömen mit Kameras und Ferngläsern in entlegenste Gegenden, um seltene Vögel zu sehen. Johanna Romberg zeigt in ihrem lehrreichen und schönen, von Florian Frick edel illustrierten Buch „Federnlesen. Vom Glück, Vögel zu beobachten“ (Lübbe, 24 Euro), was direkt vor unserer Haustür tschilpt.

Für den Kopf

Christian Berkels Roman „Der Apfelbaum“ (Ullstein, 22 Euro) ist gleichermaßen Labsal für Kopf, Herz und Seele. Der Schauspieler beschreibt anhand der Geschichte seiner jüdischen Familie das Panorama eines Jahrhunderts deutscher Geschichte.

Fürs Herz

Die Journalistin Christine Westermann erzählt in „Manchmal ist es federleicht“ (Kiepenheuer & Witsch, 18 Euro) von den kleinen und großen Abschieden in ihrem Leben. Zum Beispiel von dem viel zu frühen Abschied vom Vater. Oder vom Ende der Kultserie „Zimmer frei“, jener Mischung aus Kindergeburtstag und Anarcho-Fernsehen. Ein tröstliches, heiteres Buch, das Mut macht: Keine Angst vor Veränderungen!

Fürs Rückgrat

Ja, Deutschland hat Rücken. Aber dank Dr. Müller-Wohlfahrt, auf den Spitzensportler in aller Welt schwören, wissen wir, dass es schlimmer kommen kann: Adduktorenreizung, reißende Syndesmosebändchen, lädierte Supraspinatussehne. Wie gut, dass wir Normalsterblichen nur Rücken haben. Da hilft „Mit den Händen sehen“ von Herrn Doktor (Insel, 22,95 Euro).

Hier lesen Sie die Geschenke-Tipps der anderen SZ-Redakteure