Teilen:

Schöner schenken mit der SZ

© Montage: SZ-Bildstelle

Womit mache ich meinen Lieben Weihnachtsfreuden? Persönliche Tipps von SZ-Feuilleton-Chef Marcus Thielking.

Vor einigen Jahren hat der geschätzte Kollege W. aus der Wirtschaftsredaktion ein Buch zur Finanzkrise als SZ-Geschenketipp empfohlen. Bei aller Liebe: An diesem Tag habe ich mir geschworen, nur noch Sachen zu verschenken, die glücklich machen. Es ist doch Weihnachten!

Für die Ohren

Zugegeben, mein erster Tipp ist nicht billig. Aber wenn ich höre, was andere Leute für Smartphones ausgeben, ist das hier ein Witz: Zum 333. Geburtstag von Johann Sebastian Bach gibt es in diesem Jahr die ultimative Mega-Box mit 222 CDs, darauf insgesamt 280 Stunden himmlische Musik. „Bach 333 – die neue Gesamtausgabe“ (Deutsche Grammophon) kostet im Handel circa 425 Euro – halb so viel wie ein iPhone.

Für die Augen

Wandkalender, so heißt es, sind was für Spießer. Mal davon abgesehen, dass solche Pauschalurteile selbst total spießig sind, gibt es auch Kalender ohne Blumenmotive. Zum Beispiel mit den Karikaturen des Duos Katz & Goldt (Spiralbindung, 23,90 Euro). Das Titelblatt zeigt zwei Skelette, die mit Sekt anstoßen. Ein gutes Motto für 2019.

Für den Kopf

Die Grenzen zwischen Wahrheit und Lüge lösen sich derzeit in Staub auf. Einer, der daraus eine Kunst gemacht hat, war Karl May. Aus dessen Geschichte als Hochstapler und Fantast hat der Autor Philipp Schwenke einen unterhaltsamen Roman gemacht: „Das Flimmern der Wahrheit über der Wüste“ (Kiepenheuer & Witsch, 23 Euro). Dabei spielt er so witzig mit Fakten und Fiktion, dass man als Leser am Ende kaum weiß, wo einem der Kopf steht.

Fürs Herz

Wahre Fans wissen, dass der Komiker Heinz Erhardt auch ein begabter Musiker war. Er studierte Klavier und Komposition in Leipzig. Die NDR Bigband hat mit Prominenten wie Axel Prahl, Tom Gaebel und Wotan Wilke Möhring einige seiner Songs eingespielt: „Heinz Erhardt. Seine Musik“ (Argon Hörbuch). Eine Stunde gute Laune.

Fürs Rückgrat

Vor 100 Jahren wurde Rosa Luxemburg von nationalistischen Gegnern der Novemberrevolution ermordet. Zum Todestag gibt’s im Reclam-Verlag ein Büchlein mit Aufsätzen und Reden: „Friedensutopien und Hundepolitik“ (6 Euro). Luxemburg hatte etwas, was nicht allen Revolutionären und Sozialisten vergönnt ist: eine beglückend schöne Sprache.

Hier lesen Sie die Geschenke-Tipps der anderen SZ-Redakteure